Rezension zu Flammenblut: Im Zeichen des Schicksals von Mina Hepsen

Ich weiß noch nicht so recht, was ich von diesem Buch halten soll. Es ist nicht halb so kitschig, wie ich anhand der Inhaltsangabe vermutet hätte, das Grundkonzept ist eigentlich ganz interessant, aber ich hatte einfach das Gefühl, dass nichts passiert. Zumindest nicht wirklich viel…

Das fängt schon mit Celine an, die zu Beginn gar nicht Celine sondern Sarah heißt (was ich etwas verwirrend fand, aber naja…), jedoch ist auch das nicht ihr richtiger Name, denn den kennt sie nicht. Als kleines Kind vor den Toren eines Kinderheims abgesetzt hat sie einige harte Jahre bei einer Pflegefamilie und einige auf der Flucht vor dieser hinter sich und dementsprechend schon einiges erlebt, was sie zu einer sehr abgeklärten, distanzierten und verschlossenen Person macht. Und besondere Fähigkeiten hat sie auch noch, neben einem photographischen Gedächtnis kann sie auch noch in die Zukunft sehen, hat Visionen und kämpft gegen das Böse in Gestalt von Dschinns. Was für ein Mädel…

Ich mochte sie nicht. Einfach so. Ich fand Celine zwar nicht wirklich doof, ich mochte sie aber auch nicht. Das mag unter anderem daran gelegen haben, dass ihre Geschichte, bevor Josh in ihr Leben tritt, für mein Empfinden sehr sprunghaft erzählt wurde, es immer wieder recht heftige Schnitte und Zeitsprünge gab und ihre „Entwicklung“ als Charakter für mich daher nicht nachvollziehbar und schlüssig wirkte. Aber auch im weiteren Verlauf der Geschichte konnte ich nicht mehr mit ihr anfangen, sie wirkte auf mich einfach irgendwie schemenhaft und schwammig und hat kein überzeugendes Gesamtbild abgeben oder eine gute Charakterentwicklung hinlegen können.

Auch die anderen Figuren bleiben irgendwie… naja, flach eben. Ich hatte das Gefühl kaum etwas über sie zu erfahren, konnte überhaupt kein Gefühl für sei Entwickeln, sie wirkten einfach nicht greifbar. Das liegt zu großen teilen sicherlich auch daran, dass die Geschichte von Celine selbst, also aus der Ich-Perspektive, erzählt wird und sie nun mal, verständlicherweise, ein etwas, hm, gestörtes Verhältnis zu Menschen hat. Aber es sorgt eben leider auch dafür, dass die Figuren alle recht blass bleiben. Schade, denn einige von ihnen fand ich eigentlich wirklich gut.

Und die Geschichte… Naja, bei der hatte ich einfach das Gefühl, dass sie sich, sieht man mal vom Anfang ab, der Celines Vorgeschichte erklärt, so gut wie nicht von der Stelle bewegt. Auf Seite 40 treffen Celine und Josh aufeinander und dann… dann ist die nächsten 330 Seiten für mein Empfinden nicht wirklich etwas Storyrelevantes passiert. Keine atemberaubende Jagd nach dem Bösen, stattdessen recht halbherziges und inkonsequentes Herumgerate. Keine packende Suche nach der eigenen Vergangenheit, sondern ein paar Handlungsstränke, die ins leere laufen. Keine Erkundung der eigenen magischen Fähigkeiten und ihres Ursprungs, dafür 08/15 High School Drama. Nicht mal eine romantische Liebesgeschichte gibt es. Nicht, dass ich da nicht eh drauf verzichten könnte, aber die Alternative, eine Dreiecksgeschichte, bei der ewig keiner zum Punkt kommt, ist jetzt auch nicht wirklich das Wahre.

Am Ende hatte ich bei diesem Buch nur noch mehr Fragen und die wenigen Antworten, die es gab, wirkten gerade zum Schluss hin recht lieblos hingeklatscht und warfen mehr Fragen auf, als sie beantworteten. Schade, denn ich hatte mir deutlich mehr von Mina Hepsens neuem Roman erwartet. So aber kamen mir sowohl die Charaktere als auch das mysteriös-Phantastische zu kurz und das Tempo war mir eindeutig zu langsam, weshalb „Flammenblut: Im Zeichen des Schicksals“ auch nur 2,5 Sterne von mir bekommt. Die Fortsetzung werde ich, in Hoffnung auf heiß ersehnte Antworten und mehr Schwung, definitiv trotzdem lesen.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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