Rezension zu Kapruner Hexenschuss von Michaela Höfelsauer

Internationale Bürgermeisterkonferenz im österreichischen Kaprun. Auch der Bürgermeister aus der Nachbargemeinde Lember, Anton Brecht mit seiner ungeliebten Stellvertreterin Inge Plottino, ist eingeladen. Es ist der 30. April und zum Rahmenprogramm gehört auch die Inszenierung einer Walpurgisnacht, auf der Burg von Kaprun. Während der Aufführung taucht eine Leiche im Hexenkessel auf und das nächste Opfer soll Anton Brecht sein. Inge Plottino, selbsternannte Detektivin, durch Mordfälle in Lember im vergangenen Jahr, reich an Erfahrung und noch reicher an Selbstüberschätzung, versucht der Sache auf den Grand zu gehen und stößt dabei auf ein fünfhundert Jahre altes Geheimnis.

Nach „Hühnerdreck“ ist dies der zweite Krimi von Michaela Höfelsauer, der den Kosmos von kleinen festgefügten Gemeinschaften zum Thema hat. Haben mich ihre Schilderungen im ersten Krimi noch amüsiert und mich darin bestärkt niemals in einem Dorf leben zu wollen, fand ich ihre Protagonisten diesmal stark überzeichnet und unglaubwürdig. Jeder stolpert herum und „ermittelt“ ein bisschen, die Polizei tritt nur selten auf und der Leser erfährt nicht viel über Fortschritte in den Ermittlungen. Die Geschichte selbst ist ziemlich langatmig und konnte bei mir keine andauernde Spannung aufbauen. Wirklich gut beschrieben und voller Leben sind nur der Bürgermeister und seine Stellvertreterin, der Rest bleibt blass und erst ganz zum Schluss erfährt man überhaupt etwas über die Motivation des Täters.

Veröffentlicht von ChristineBorg

ChristineBorg aka Frau Borg brachte als Krimi-Rezensentin etwas Abwechslung in die Buchauswahl auf "Anima Libri - Buchseele". Ihre Spezialität: Regionalkrimis deutschsprachiger Autorinnen. Frau Borg ist nicht länger als Rezensentin für diesen Blog tätig.

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