Rezension zu Hühnerdreck von Michaela Höfelsauer

Im kleinen, idyllischen Ort Lember in Österreich wird viel gestorben. Am Anfang sieht es noch nach Zufall aus, doch der Leser wird durch die eingeblendeten Gedanken des Mörders, schnell eines Besseren belehrt. Der eingeschworenen Dorfgemeinschaft ist schnell klar, dass es nur einer aus ihren Reihen sein kann. Und so wird ermittelt, miteinander und gegeneinander, allen voran der Bürgermeister.

Michaela Höfelsauer schafft es wunderbar, die zwischenmenschlichen Beziehungen in einer so festgefügten Gemeinschaft, den Klatsch und Tratsch, den unterschwelligen Neid und die Scheinheiligkeiten heraus zu arbeiten. Niemals möchte der Leser in so einer kleinen Gemeinschaft leben, wo jeder jeden kennt, zu viel von ihm weiß, im Notfall aber auch hilft, wäre da nicht die wundervolle Landschaft.

Zum Ende schafft es der Bürgermeister, den Mörder anhand von Indizien zu überführen, tatsächlich bleibt aber beim Leser das Gefühl zurück, dass es auch ganz anders gewesen sein könnte.

Eine tolle Studie eines Kleinstadtkosmos mit einer spannenden Handlung, die am Ende offen bleibt, den Leser aber trotzdem zufrieden zurück lässt, mit dem Wunsch, bald wieder etwas von Michaela Höfelsauer und ihren „Lemberen“ zu lesen.

Veröffentlicht von ChristineBorg

ChristineBorg aka Frau Borg brachte als Krimi-Rezensentin etwas Abwechslung in die Buchauswahl auf "Anima Libri - Buchseele". Ihre Spezialität: Regionalkrimis deutschsprachiger Autorinnen. Frau Borg ist nicht länger als Rezensentin für diesen Blog tätig.

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