Rezension zu Die 13 Heiligtümer von Michael Scott & Colette Freedman

Mit diesem Buch bin ich von Anfang an einfach nicht wirklich warm geworden. Die Idee der 13 Heiligtümer finde ich total spannend und interessant, auch wenn ich bei dem Begriff ‚Heiligtümer‘ die ganze Zeit über Harry Potter im Kopf habe. Aber es wollte einfach nicht klappen, die Sache mit mir und diesem Buch.

Das lag zuerst mal daran, dass ich Probleme hatte in die Geschichte hinein zu finden, denn irgendwie wechselt zu Beginn alle zwei Sätze die Perspektive. Zwar wird hier nicht aus der Ich-Perspektive erzählt, aber der Erzähler ist auch eindeutig nicht auktorial, steht also nicht klar außerhalb der Handlung. Hier gibt es, meiner Meinung nach, einen personalen Erzähler, der allerdings nicht konstant aus der Perspektive einer Person erzählt sondern eben alle zwei Sätze wechselt. Und das fand ich dann doch etwas irritierend, auch wenn sich das nach einigen Kapiteln legt und die Wechsel nur noch Kapitelweise stattfinden.

Zwar steht hier Thriller drauf und ich bin daher davon ausgegangen, dass auch Thriller drin steckt und hätte das Buch deswegen nie auch nur in die Hand genommen, wenn ich nicht wirklich Lust auf etwas Düstereres gehabt hätte und düster ist dieses Buch, aber dummerweise hatte ich auch den Eindruck, dass es stellenweise wirklich übertrieben war. Zum einen ist da das Blutvergießen, das teils einfach viel brutaler war als nötig und die Sexszenen fand ich oftmals in vielerlei Hinsicht einfach überflüssig. Aber vielleicht liegt das auch einfach nur daran, dass ich eigentlich kein Thriller-Leser bin.

Von diesen teils irgendwie künstlich aufgepushten und übertriebenen Abschnitten fand ich die Geschichte auf Ebene der Handlung eigentlich wirklich gut, die mystischen, fantastischen und teils (etwas abstruserweise) biblisch inspirierten Elemente fand ich an sich wirklich spannend, die 13 Heiligtümer ein rund um interessantes Konzept, das hier im Großen und Ganzen wirklich gut umgesetzt ist. Zwar gibt es ein paar kleinere Holprigkeiten, bei denen man seine Phantasie doch etwas arg anstrengen muss, um sich die Dinge vorstellen zu können, aber man merkt hier vor allen Dingen, dass die Autoren ordentlich Recherche betrieben haben und ihre Ideen daher auf einem soliden Fundament aus Mythen und Sagen aller Art (eine Kategorie, in die für mich auch die Bibel fällt) ruht.

Ganz anders die Charaktere. Die habe ich weitestgehend als relativ flach und simpel empfunden. Den Bösewichten fehlt es für meinen Geschmack an wirklicher, irgendwie nachvollziehbarer Motivation, sie sind eigentlich nur böse, damit es hier Antagonisten gibt, der Hintergrund fehlte. So wirkte es auf mich zumindest. Und während den Antagonisten irgendwie die Motivation fehlte, hatte ich mit Protagonistin Sarah vor allem auf Grund ihres Charakters so meine Probleme. Sie ist so ein selbstverschuldetes Mauerblümchen, bei dem ich einfach nicht nachvollziehen konnte, wieso sie nicht schon längst einmal wenigstens etwas emanzipiert hat und dementsprechend wenig überzeugend wirkte sie für mich hier in ihrer Rolle als, wenn auch unfreiwillige, Heldin.

Alles in allem fand ich „Die 13 Heiligtümer“ zwar von der Idee her wirklich toll und die reine phantastische Seite hat mir sehr gut gefallen, düstere Stimmung und alles, aber die Thrillerelemente waren mir etwas zu übertrieben während die Charaktere zu flach wirkten. Daher nur 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Rezension zu Die 13 Heiligtümer von Michael Scott & Colette Freedman”

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