Rezension zu Herzblut: Gegen alle Regeln von Melissa Darnell

Unglücklicherweise spiegelt diese Rezension mein eigentliches Leseerlebnis nicht besonders gut wieder. Es hat mir Spaß gemacht „Herzblut: Gegen alle Regeln“ zu lesen, es handelt sich bei diesem Buch um eine nette, leichte Lektüre, wie ich sie zwischendurch ganz gerne mal lese – zum Beispiel während der aktuellen Prüfungsphase (Stress, Stress, Stress). Leider kann ich rückblickend beim besten Willen nicht mehr wirklich sagen, was es eigentlich war, was mir an diesem Buch so einen Spaß gemacht hat, es fallen mir partout nur noch die negativen Punkte ein, die mir während des Lesens eigentlich kaum aufgefallen sind.

Da ich aber nun einmal etwas zu diesem Buch schreiben muss, hier meine Gedanken zum Buch, nachdem ich es gelesen habe – dass es mir während des Lesens wirklich Spaß gemacht hat, habe ich ja schon gesagt, da ich aber eben nicht wirklich sagen kann, was ich an dem Buch so toll fand (und das wird immer verwirrender, je länger ich darüber nachdenke), hier halt jetzt die Kritikpunkte, die mir im Nachhinein so aufgefallen sind.

Mit Protagonistin Savannah konnte ich von Anfang an eher wenig anfangen. Hier ist der Funke einfach nicht übergesprungen und irgendwie… naja, sie ist eben einfach dieser typischen 08/15 Heldinnen, die es in YA-Büchern so häufig gibt. Mauerblümchen und Außenseiterin, irgendwie unglaublich Durchschnittlich auf eine sehr erzwungene Art und obwohl es immer gewisse Kleinigkeiten gibt, die sie von der Masse abheben. Alles in allem irgendwie einfach nicht wirklich mein Fall.

Und der zweite Protagonist, Tristan, nun, ihm kann ich im Nachhinein auch nicht wirklich etwas abgewinnen, generell ist der Eindruck, den die Charaktere in diesem Buch bei mir hinterlassen haben, kein besonders positiver. Protagonisten wie Nebenfiguren blieben blass und farblos, abgesehen von Savannah und Tristan hat es kaum einer über schemenhafte Andeutungen hinaus geschafft. und gerade die Dialoge zwischen Savannah und ihren Freundinnen waren vor allem klischeehaft – von der Liebesgeschichte, zu der mir jeglicher Draht gefehlt hat, einmal ganz zu schweigen (aber da ich mit Liebesgeschichten in 90% der Fälle eh nichts anfangen kann und diese hier zumindest nicht auffallend schlecht war, ist es eigentlich auch kein „echter“ Minuspunkt).

Dann wären da noch die fantastischen Elemente… Definitiv der Teil, auf den ich mich am meisten gefreut habe und der auch gar nicht so schlecht war. Die Ideen der Autorin rund um Hexen und Vampire haben mir eigentlich sehr gut gefallen, sind für meinen Geschmack aber noch zu blass geblieben. Vor allem plätschert die Einführung der fantastischen Elemente doch sehr gemächlich dahin, was dann irgendwann doch etwas langatmig und zäh wurde. Aber die Autorin hat zumindest diesem Teil der Geschichte eindeutig ihren persönlichen Stempel aufgedrückt und das fand ich doch sehr gut.

Was ich außerdem wirklich positiv in Erinnerung habe, ist der Schreibstil der Autorin. Dieser ist leicht und flüssig, sehr angenehm zu lesen – zumindest wenn man von der teils etwas zweifelhaften Wortwahl der Übersetzung absieht („etwas schnacken lassen“ gehört dabei zu meinen Lieblingen). Leider steht er aber im Kontrast zur eigentlichen Handlung, die unglücklicherweise fast ausschließlich in der Schule stattfindet und sich dabei in der schier endlosen Routine des Schulalltags verliert. Die Geschichte kommt kaum voran, da ständig die ewig gleichen – und für die Handlung herzlich irrelevanten – Szenarien geschildert werden, allen voran Savannahs Tanzgruppe. Gleichzeitig gibt es aber immer wieder auch Zeitsprünge, mit denen unwichtigere Teile überbrückt werden, allerdings hat sich mir diese Unterscheidung zwischen wichtig und unwichtig eher selten wirklich entschlossen.

Alles in allem hatte ich beim Lesen wirklich sehr viel Spaß an der Geschichte, im Nachhinein werden mir aber immer mehr Schwächen dieses Buchs, gerade im Bereich Erzählstruktur und Charaktere, bewusst. Trotzdem, für kurzweilige Unterhaltung ist gesorgt und ich hoffe einfach darauf, dass vor allem der Fantasy-Aspekt im zweiten Teil stärker zum Tragen kommen wird.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Rezension zu Herzblut: Gegen alle Regeln von Melissa Darnell”

  1. Hallo „Anima-Libri“,

    wir freuen uns, dass Dir der Roman so gut gefallen hat. Vielen Dank für Deine
    Rezension!

    Liebe Grüße,

    Dein MIRA Team

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