Rezension zu Superkuchen! 90% Frucht – 10% Teig von Mélanie Martin

© Ernährungsberatung Hübner
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Das war erstaunlich enttäuschend… Ich hatte mich eigentlich sehr auf Mélanie Martins „Superkuchen! 90% Frucht – 10% Teig“ gefreut, denn ich liebe Obstkuchen und je mehr Obst, desto besser. Da klingt ein Backbuch voller Rezepte für Kuchen, die fast ausschließlich aus Füllung bestehen, doch wirklich gut und ich hatte mich dementsprechend schon auf eine Reihe leckerer und abwechslungsreicher Rezepte gefreut – auch auf die herzhaften war ich sehr gespannt. Dass solche Kuchen dabei noch deutlich weniger Kalorien enthalten als ’normale‘ Kuchen, ist natürlich noch ein positiver Nebeneffekt.

Dummerweise gab es aber einen großen Haken an der Sache: Die Rezepte sind alle ausnahmslos Variationen des gleichen Grundrezepts. Für jeden Kuchen, egal ob süß oder herzhaft, wird das Obst bzw. Gemüse in dünne Scheiben gehobelt und in eine Art Pfannkuchenteig gerührt, in eine Form gefüllt und gebacken. Der Teig ist dabei immer exakt der gleiche, bei den herzhaften Rezepten wird der Zucker gegen einen Esslöffel Öl getauscht und in einigen wenigen Fällen werden Gewürze oder Schokolade hinzugefügt.

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Ich fand das sehr schade, denn der verwendete Teig war relativ laff und langweilig und auch von der Konsistenz her konnte mich das Ganze nicht überzeugen, der pfannkuchenartige Teig in Kombination mit der vielen Füllung ergibt einen Kuchen, der eher in Richtung Pudding geht. Es gibt keinerlei knusprige Kruste oder irgendetwas, das der Sache wenigstens ein bisschen Biss verleiht, denn der Teig braucht ewig um auch nur annähernd fest zu werden – 35-40 Minuten laut Rezept, im Praxistest allerdings teilweise nochmal bis zu 20 Minuten mehr, damit die Kuchen in der Mitte nicht mehr gänzlich schleimig waren. Nach einer Stunde bei 200°C wird natürlich jegliches Obst und Gemüse Matsche, knackig ist da nichts mehr. Laut Autorin soll man die Kuchen komplett abkühlen lassen und auch wenn sie dadurch natürlich fester werden, ruiniert das natürlich gerade bei den herzhaften Sachen oft den Geschmack.

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Insgesamt konnte mich „Superkuchen! 90% Frucht – 10% Teig“ von Mélanie Martin leider nicht überzeugen, denn auch wenn das Backbuch vom Design her sehr gut gemacht ist, mit ganzseitigen Fotos für jedes Rezept und leicht verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen (die, aufgrund der großen Ähnlichkeit der Rezepte allerdings fast immer zur Hälfte Copy & Paste sind), konnten uns die Rezepte einfach nicht überzeugen. Ich hätte mir deutlich mehr Abwechslung gewünscht und nicht immer Variationen ein und desselben Themas, vor allem da diese Zubereitungsart nicht wirklich meinen Geschmack getroffen hat – die durch und durch matschige Konsistenz der Kuchen war nicht mein Ding. Schade!

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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