Rezension zu Wir sind verbannt von Megan Crewe

Megan Crewe - Wir sind verbanntLovelyBooks - In dein Regal stellenMegan Crewe – Wir sind verbannt
 
Originaltitel: The Way We Fall
Verlag: Fischer KJB
Format: Gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 448
ISBN: 978-3596854530
 
 

[mygenres] Band 1 der Serie „Fallen World“
 
 

Die eigene Haut retten oder gemeinsam kämpfen?

Ein nervenaufreibender Thriller nicht nur für Jugendliche, der uns ahnen lässt, wie flüchtig das ist, was wir Normalität nennen.

Es beginnt mit einem Jucken. Dann kommt das Fieber. Etwas später verrätst du allen deine Geheimnisse. Nach drei Tagen machen Halluzinationen dich völlig paranoid. Und dann … bist du tot.

Kaelyn und Leo leben auf einer kleinen Insel. Nach einem Streit lässt Kaelyn Leo ohne Abschied aufs Festland ziehen, und kurz darauf – breitet sich ein gefährliches Virus aus! Menschen sterben. Die Insel wird unter Quarantäne gestellt, Kontakt zur Außenwelt gibt es nicht mehr. Die Gesunden streiten um die schwindenden Vorräte. Wird Kaelyn Leo jemals wiedersehen? Hat sie eine Chance zu überleben?

 
 
Meinung:
 
Gut ein Jahr habe ich auf dieses Buch gewartet, denn die englische Originalversion fand ich wirklich toll und ich wollte das Buch unbedingt auch in der deutschen Übersetzung lesen. Und habe dann natürlich erst einmal völlig verpasst, dass das Buch im Februar erschienen ist… Hier aber nun meine Rezension dazu:

Zuerst einmal, dieses Buch ist in Form eines Tagebuchs geschrieben! Etwas, was ich normalerweise wirklich gar nicht ausstehen kann. ABER ich muss sagen, dass es in diesem Fall einfach perfekt gepasst hat. Das Format, dass die Autorin aus gewählt hat, ist optimal für die Geschichte, die Crewe hier erzählt und ich denke nicht, dass dieser Roman so intensiv gewesen wäre, wenn sie sich für einen ganz gewöhnlichen Erzählstil entschieden hätte.

Zu Beginn des Romans habe ich nicht gedacht, dass das so wirklich funktionieren würde. Das Tagebuch wird von der 16-jährigen Kaelyn geschrieben und zwar in Form von Briefen an ihren ehemaligen besten Freund, der ihre Heimatinsel vor einigen Jahren verlassen hat. Die Briefe beginnen als von Schuldgefühlen gequälte Erinnerungen an eine lang vergangene Freundschaft und ich muss zu geben, dass ich damit einige Probleme hatte. Es war einfach nicht besonders faszinierend.

Glücklicherweise ändert sich das aber schnell, denn bald geschehen seltsame Dinge auf Kaelyns Insel. Als Leser erfährt man selbst nur das, was auch Kaelyn mitbekommt und genau hier entwickelt sich der Reiz der Erzählart, die Crewe gewählt hat. Denn einerseits ist Kaelyn eine aufmerksame Beobachterin und eine der ersten, die merken, dass etwas nicht stimmt, andererseits ist sie eben nur ein junges Mädchen, das von vielem erstmal nichts erfährt. So erhält man auch als Leser immer nur einzelne Informationshappen und fiebert mit Kaelyn der Auflösung entgegen.

Crewe gelingt dabei die Balance zwischen Kaelyns Teeny-Ich und dem dämmernden Bewusstsein, dass etwas falsch ist, hervorragend und im Gegensatz zu vielen anderen YA-Heldinnen hatte ich hier nie das Bedürfnis ihr eins überzuziehen, weil sie sich einfach unnatürlich blöd anstellt und absolut offensichtliche Dinge übersieht. Im Gegenteil, der Autorin gelingt, nicht zuletzt durch den mir sonst so unsympathischen Erzählstil, die überaus realistische Darstellung einer sympathischen Heldin.

Dadurch gewinnt die gesamte Geschichte an Tiefe und Intensität und wird immer greifbarer je mehr sich die Situation auf der Insel verschlechtert. Es gibt dadurch auch einige wirklich sehr düstere Szenen, die der Geschichte aber nur mehr Tiefe geben, denn ohne solche Stellen, ohne die Augenblicke, in denen Kaelyn der Kampf ums Überleben und die Angst um ihre Mitmenschen einfach zu viel werden, wäre das Buch nicht halb so realistisch.

Das Buch wird dadurch zwar an einigen Stellen recht düster und ist mir zumindest zwischendurch auch sehr nahe gegangen, die Geschichte ist aber nicht deprimierend, denn Kaelyn ist alles in allem eine sehr positive und lebensfrohe Person, die ihren Lebenswillen trotz aller Zweifel nicht verliert. Und das wird auch in ihren Tagebucheinträgen/Briefen deutlich.

Auch die restlichen Personen in dieser Geschichte tragen viel zur Atmosphäre des Buchs bei wodurch immer wieder amüsante, romantisch aber auch traurige Momente entstehen. Dadurch dass diese anderen Charaktere nur durch Kaeylins Beschreibungen charakterisiert werden, entwickeln sie ganz unterschiedliche Tiefen und sind mir als Leser dadurch auch ganz unterschiedlich nah ans Herz gewachsen. Alles in allem fand ich sie allerdings durchweg gut gezeichnet und sehr passend.

Alles in allem und für alle, die das meinen bisherigen Ausschweifungen noch nicht entnehmen konnten: Ich finde dieses Buch einfach toll und halte es für wirklich gelungen. Also, geht und besorgt euch ein Exemplar und wenn ihr wollt, lest mein Interview mit Autorin Megan Crewe 😉
 
 


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5 Sterne - Super

 
 
Die Autorin
 
Megan Crewe lebt mit ihrem Mann und ihren drei Katzen in Toronto, Ontario. Sie arbeitet mit Jugendlichen aus benachteiligten Familien. Und das schlimmste Virus, das sie je befallen hat, ist glücklicherweise das Gärtner-Virus.
 
 

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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