Rezension zu Jenseits von Meg Cabot

Mit „Jenseits“ geht Autorin Meg Cabot das Thema Unterwelt und Leben nach dem Tod einmal auf ganz andere Art und Weise an und spielt dabei mit bekannten Elementen aus Mythologie und Religion. Allerdings muss man dabei beachten, dass dies im Grunde nur die Kulisse für eine doch nicht ganz unkitschige Liebesgeschichte darstellt. Trotzdem fand ich „Jenseits“ wirklich nicht schlecht.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir dabei zugegebenermaßen nicht ganz leicht gefallen – mir wollte einfach nicht so recht klar werden, worum es eigentlich geht. Nach einer kleinen „Eingewöhnungsphase“ habe ich jedoch schnell angefangen mich in dieser Geschichte zurecht zu finden. Dabei waren es, wie bereits gesagt, vor allem die Hintergründe, die mich begeistert haben, nicht so sehr jedoch die Charaktere.

Denn die Figuren in „Jenseits“ erfüllen eigentlich so ziemlich alle Klischees, die sie eben nicht erfüllen sollten. So gibt es hier nicht nur Instant-Liebe, sondern auch sonst ist Protagonistin Pierce das Inbild der klischeebelasteten YA-Heldin: Oberflächlich, egozentrisch und, auch wenn sie selbst das natürlich ganz anders sieht, furchtbar naiv. Und auch ihr männlicher Counterpart John ist nicht viel besser, passt hervorragend in das Klischee des mysteriösen Bad Boys.

Trotzdem fand ich Meg Cabots Roman nicht schlecht. Das lag allerdings nicht zuletzt auch daran, dass ich von den Figuren nichts anderes erwartet habe. Für mich stand von vorne herein fest, dass ich dieses Buch, wenn überhaupt, vor allem wegen der mythologischen Hintergründe lesen werde und nicht, weil ich auf eine romantische, ergreifende und tiefsinnige Liebesgeschichte mit vielschichtigen Charakteren hoffe.

Und tatsächlich war Cabots Geschichte und ihre Interpretation des Lebens nach dem Tod so fesselnd, dass ich „Jenseits“ in einem Rutsch durchgelesen habe. Zum einen lag das natürlich an den vielen fantastischen Elementen, die ich dann doch – ganz im Gegensatz zu den Charakteren – recht innovativ und faszinierend fand (was aber auch daran liegen könnte, dass ich solche mythologisch angehauchten Themen einfach generell grandios finde). Zum anderen lag das aber auch an Cabots Schreibstil, den ich wirklich sehr angenehm zu lesen fand.

Alles in allem hat mir „Jenseits“ von Meg Cabot daher wirklich gut gefallen, meine Erwartungen waren aber halt auch nur mäßig hoch. Für den nächsten Band wünsche mich mir daher auf jeden Fall, diass die Charaktere mehr Tiefe gewinnen, denn sonst wird „Underworld“ doch sehr… naja. Trotzdem für „Jenseits“ gibt es gute 3,5 Sterne!

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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