Rezension zu Das silberne Einhorn von Max Kruse

Max Kruse wird den meisten wohl ein Begriff sein, ich zumindest bin mit seinen Geschichten vom Urmel, Don Blech oder dem Löwen (vorzugsweise natürlich in den Versionen der Augsburger Puppenkiste) groß geworden. Daher ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass meine Erwartungen an „Das silberne Einhorn“ relativ hoch waren – ein phantastisches Märchen ganz im Stil der alten Märchenerzähler habe ich mir erhofft und auch bekommen, wenn auch leider mit einigen Einschränkungen.

Der Anfang der Geschichte erinnert sehr an Dornröschen. Natürlich fängt Max Kruse seine Erzählung mit den berühmten Worten “Es war einmal…” an, danach geht es allerdings erstmal recht wenig innovativ weiter, denn auch in dieser Geschichte ist dem König ein bereits altbekannter Fehler unterlaufen: Er hat vergessen eine der Feen zum ersten Geburtstag der Prinzessin einzuladen, worauf hin diese voller Wut einen Fluch über Königstochter und Königreich verhängt.

An dieser Stelle hätte ich mir dann doch einen deutlich innovativeren Einstieg ins Märchen erhofft und leider ist das ein wiederholtes Problem in diesem Buch: Hin und wieder wirken die Elemente einfach schon zu bekannt und auch zu abgenutzt und abgedroschen, sodass man beim Lesen dann stellenweise doch etwas ins Stocken kommt. Das wird aber zum Glück durch den wirklich märchenhaften Schreibstil des Autors sowie die immer wieder geschickt und unterhaltsam eingewebten Lebensweisheiten und Anekdoten, die vor allem das kleine Einhorn immer wieder zum Besten gibt, ausgeglichen, die gleichzeitig auch das sind, was diese Geschichte so lesenswert macht.

Alles in allem ist Max Kruses Erzählung „Das silberne Einhorn“ eine Geschichte im Stil des klassischen Märchens, die zwar nicht perfekt aber sehr, sehr nett zu lesen ist (und schnell, die nicht einmal 150 Seiten fliegen nur so dahin) und von mir daher insgesamt doch eine eindeutig positive Empfehlung bekommt.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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