Rezension zu Die Mechanik des Herzens von Mathias Malzieu

„Die Mechanik des Herzens“ ist, auch wenn das Buch nicht einmal 200 Seiten umfasst, kein Buch, das man mal eben schnell zwischendurch lesen kann. Malzieu hat mit diesem Buch ein bildgewaltiges Märchen für Erwachsene geschaffen, das bestimmt nicht den Geschmack jedes Lesers trifft.

So hatte ich stellenweise Probleme mit dem angeblichen Alter von Jack, dem Jungen mit dem Uhrenherz. Er denkt/fühlt Sachen, für die er teilweise viel zu jung erscheint und wirkt später nicht immer als hätte er sich entsprechend seines Alters weiterentwickelt, da sich der Stil des Buchs nicht ändert, obwohl der Leser Jack von Geburt an begleitet.

Trotzdem, die Atmosphäre des Buchs ist so unglaublich dicht und Malzieus Sprache so bildreich, dass ich mich schon nach den ersten Sätzen in diesem Buch und in der eisigen Winternacht, in der Jack geboren wird, verloren habe und es mir nicht weiter schwer viel in diese Geschichte abzutauchen.

Auf einzigartige Weise erzählt Malzieu hier eine Geschichte der Liebe, voller Metaphern und stets begleitet von einem Hauch Melancholie. „Die Mechanik des Herzens“ glänzt durch diese einzigartige Sprache des Autors, die immer ein wenig düster und gleichzeitig irgendwie auch herrlich leicht ist und die, wenn man sich ganz darauf einlässt, dafür sorgt, dass einem die nicht ganz 200 Seiten sehr unter die Haut gehen und man sich am Ende wünscht, dass das Buch mindestens doppelt so lang gewesen wäre.

Aber auch die Charaktere, von denen Jack mir übrigens am wenigsten nahe gewesen ist, tragen viel zu dieser Geschichte bei. Sie alle sind einzigartig, ein wenig skurril, und unglaublich liebevoll und detailreich geschildert und laden einen dazu ein, sich ganz auch auf ihre jeweiligen individuellen Geschichten einzulassen, was das Buch unglaublich facettenreich macht.

Ein wenig hat mich „Die Mechanik des Herzens“ an einen Film von Tim Burton erinnert und sollte es verfilmt werden, kann ich mir keinen passenderen Regisseur vorstellen.

„Die Mechanik des Herzens“ ist ein sehr eigensinniges aber wunderschönes Buch, fantastisch, märchenhaft, skurril und düster. Das Cover, das mich übrigens auch erst auf das Buch aufmerksam gemacht hat, passt perfekt in die Geschichte und spiegelt der Atmosphäre auf gelungene Art wieder.

Letztendlich ist „Die Mechanik des Herzens“ ein Buch, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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