Rezension zu Der kleinste Kuss der Welt von Mathias Malzieu

„Der kleinste Kuss der Welt“ von Mathias Malzieu ist mein mittlerweile dritter Roman des französischen Autors und irgendwie… Das Cover ist auch beim dritten Mal noch wirklich traumhaft und wunder-, wunderschön, absolut passend für Malzieus moderne Märchen. Aber die Geschichte ist einfach nicht mehr so überzeugend.

Es geht, wie wohl immer bei Malzieu, um die Liebe. Und zwar um die eine, die große, mitunter auch die einzige Liebe. Und so erzählt der Autor erneut eine märchenhaft-mystische Liebesgeschichte, allerdings eine, bei der die Mystik und der Zauber des Ungewöhnlichen für meinen Geschmack viel zu schnell abhanden gekommen ist.

Dabei hat der Schreibstil des Autors nach wie vor etwas magisches, er ist sehr bildhaft und reich an Metaphern und wie schon nach der Lektüre der ersten beiden Bände wünsche ich mir auch jetzt wieder, dass ich die Geschichte auf Französisch lesen könnte, denn wenn die Sprache einen schon in der deutschen Übersetzung verzaubern kann, wie intensiv muss sie dann erst im Original sein?

Unglücklicherweise geht dieser tolle Sprachstil mit einem weit weniger tollen Erzählstil einher, der neben der für meinen Geschmack viel zu schnellen Entmystifizierung und Banalisierung der Liebsten und der Liebe auch mit dem einen oder anderen Infodump und einem Stalkermotiv daher kommt – definitiv nicht unbedingt märchenhaft.

Im Vergleich zu „Die Mechanik des Herzens“, das mir ja außerordentlich gut gefallen hat, und „Methamorphose am Rande des Himmels“, das mir leider schon eine Ecke weniger gefallen hat, ist „Der kleinste Kuss der Welt“ von Mathias Malzieu daher unglücklicherweise nicht mehr als mittelmäßig, dafür gibt es einfach zu viele Schwächen. Sehr schade!

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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