Rezension zu Das Geheimnis von Ashton Place: Die Wölfe sind los von Maryrose Wood

Ein weiteres Buch über die Wolfskinder von Ashton Place! Diese herrlich humor- und liebevoll geschriebene Kinderbuchserie der Autorin Maryrose Wood (Poison Diaries) hat es mir ja wirklich angetan. Hauptakteure der Geschichte, die im viktorianischen England spielt, sind die junge Gouvernante Penelope Lumley und ihre drei Schützlinge Alexander, Beowulf und Cassiopeia, die, offenbar von Wölfen groß gezogen, im Wald von Lord und Lady Ashtons Herrenhaus gefunden wurden und von den Herren von Ashton Place als Zöglinge aufgenommen wurden – daher auch die unsäglichen Namen.

Nach dem mehr oder weniger erzwungenen Ausflug nach London im letzten Band, bei dem neben einem Londonreiseführer mit Bildern und Postkarten aus den Alpen unter anderem auch ein Treffen mit einer alten Zigeunerin und eine Gruppe erboster Piraten eine entscheidende Rolle spielten – und ein jungen Mann, der es der Gouvernante doch irgendwie ziemlich angetan hat – befindet sich der gesamte Haushalt jetzt wieder in Ashton Place. Von Ruhe und Erholung ist dabei aber keine Spur, ganz im Gegenteil. Nicht nur hat Mama Wolf hier endlich ihren ersten Auftritt, auch ein entlaufener Vogelstrauß wird durch die Wälder gejagt und Penelope entdeckt immer mehr Verstrickungen und Komplotte, die nicht nur die Wolfskinder und ihre eigene unklare Herkunft betreffen, sondern auch die Familie Lord Ashtons und einige seiner Jagdkumpanen.

Damit geht die Geschichte dann auch direkt atemlos weiter und Autorin Maryrose Wood gelingt es einmal mehr erfolgreich lückenlos an den witzig-surrealen Ton der ersten beiden Bücher anzuknüpfen. Erneut sind es Penelopes trockene und gleichzeitig herzliche Art sowie die charakterstarke Erzählstimme, die die viktorianische Szenerie kindgerecht lebendig werden lassen und dabei immer wieder gekonnt aberwitzige Lebensweisheiten und Erklärungen historischer Sachverhalte oder ausgefallener Wörter einfließen. Das unvergleichliche Talent von Penelopes Schützlingen in absolut jeder Situation mit brutaler Ehrlichkeit vorzugehen und dabei immer und immer wieder in große Schwierigkeiten zu geraten, tut sein übriges dazu die ganz einzigartige Atmosphäre dieses Buchs zu kreieren.

Alles in allem ist auch der dritte Teil der Geschichte um die Wolfskinder und ihre Gouvernante ein absolut gelungener Lesespaß für junge und junggebliebene Leser. Den kommenden Band, „Das Geheimnis von Ashton Place: Wer wagt gewinnt“, in dem Penelope endlich ihren 16ten Geburtstag feiern wird, erwarte ich daher voller Spannung – und in der Hoffnung, dass endlich mehr vom Geheimnis von Ashton Place enthüllt wird. Eine dicke Empfehlung für alle Leseratten, die eine Schwäche für witzige, fantasievolle und irgendwie schräge Geschichten haben 😉

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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