Rezension zu Das Geheimnis von Ashton Place: Aller Anfang ist wild von Maryrose Wood

Mit den „Poison Diaries“ von Maryrose Wood konnte ich nicht das geringste anfangen, deshalb war ich skeptisch, als ich über dieses Buch gestolpert bin. Allerdings war das Cover so süß, der Titel so witzig und die Inhaltsangabe so vielversprechend, dass ich dann doch nicht widerstehen konnte.

Und das zum Glück. Denn „Das Geheimnis von Ashton Place: Aller Anfang ist wild“ ist ein wunderschönes, skurriles und humorvolles Kinderbuch, dass auch älteren Lesern durchaus ein unterhaltsames Lesevergnügen bescheren kann.

Wood versteht sich darauf auch jüngeren Lesern mit ihrem einfachen und klaren Schreibstil die viktorianische Atmosphäre näher zu bringen und flechtet immer wieder Erklärungen zu schwierigeren Wörtern oder unbekannteren Dingen ein, Einschübe, in denen der allwissende Erzähler diese Begriffe durch Vergleiche zu modernen Gegebenheiten humorvoll und verständlich erklärt.

Auch die Charaktere sind wunderschön. Liebevoll und detailreich beschrieben, wachsen einem besonders die junge Miss Lumley und ihre Schützlinge schnell ans Herz. Doch auch die anderen Charaktere sind faszinierend, wenn auch nicht unbedingt liebenswert, und voll mit ihren eigenen Geheimnissen, von denen viele auch am Ende des ersten Bandes noch im Dunkeln liegen.

Die 15-jährige Penelope Lumley spiegelt auch den Charakter des gesamten Buchs wieder: Herzlich, charmant, mit viel Humor und immer dem richtigen Wort auf den Lippen, sei es, um ihre Schützlinge zu Trösten oder ihren Arbeitgebern ihre Meinung zu sagen, und dabei irgendwo doch sehr mysteriös und voller unbeantworteter Fragen.

Alles in allem ist „Das Geheimnis von Ashton Place: Aller Anfang ist wild“ ein sehr gut gelungener Auftakt zu einer neuen Kinderbuchreihe, die auch ältere Leser faszinieren kann und in dem der Fantasy-Anteil bislang nur angedeutet wird. Der einzige Minuspunkt für die deutsche Übersetzung: Das englische Original ist mit begleitenden Zeichnungen gespickt, die den Text auflockern und Schlüsselszenen oder besonders lustige Szenen noch einmal graphisch darstellen. Die fehlen hier leider.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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