Rezension zu Schlussstriche zieht man nicht mit Bleistift von Mary Lewis

Und direkt noch eine Gute-Laune-Sommerlektüre, die nicht nur vom Cover her ausgesprochen gut zu „Wie Himbeeren im Sommer“ von Cathy Bramley passt: Mary Lewis‘ „Schlussstriche zieht man nicht mit Bleistift“. Abgesehen von den Beereneis-Covern haben die beiden Romane auch Übersetzerin Ursula C. Sturm gemeinsam, was sich bis zu einem gewissen Punkt auch durchaus bemerkbar macht. Und sie haben diverse Storyelemente gemeinsam:

Auch Molly Taylor macht sich auf ein altes Gebäude zu retten, das seit Generationen im Besitz der Familie ist. In diesem Fall das Herrenhaus, das ihre verstorbene Tante ihr hinterlassen hat. Und auch hier gibt es wieder die Familie, bestehend aus distanzierten Eltern und einem Bruder, der sich gern alles selbst unter den Nagel reißen möchte. Dazu gibt es eine ganze Reihe recht skurriler britischer Nebenfiguren und Glamping-Anwandlungen. Damit ähnelt das Grundgerüst schon sehr dem von „Wie Himbeeren im Sommer“, „Schlussstriche zieht man nicht mit Bleistift“ ist allerdings auch nahezu genau so gut zu lesen.

Für Molly und ihre drei Söhne kommt das Erbe von Tante Helena genau richtig. Nach der Scheidung von ihrem Spießer-Ehemann steht sie nämlich ohne Dach über dem Kopf da und ist sich nicht wirklich sicher wo sie hin soll. Doch mit dem alten Herrenhaus tun sich jede Menge neue Möglichkeiten auf. Das teilweise als Bed and Breakfast genutzte Gebäude ist zwar stark renovierungsbedürftig, doch Molly erkennt großes Potential in den alten Wänden und mit der Hilfe ihres schrägen Onkels und einiger ebenso amüsanter neuer und alter Freunde geht sie das scheinbar unmögliche Projekt an.

Der Schreibstil ist locker-leicht und angenehm zu lesen, genau wie die Handlung, die im Endeffekt nicht wirklich viel Plot beinhaltet sondern einfach nur allerlei Renovierungsgeblubber und Feel-Good-Momente. Einen Kritikpunkt in Sachen Sprache habe ich allerdings, denn alle Figuren in diesem Roman scheinen einen gemeinsamen Tick zu haben: Sie schnalzen mit der Zunge. Ständig! Das fand ich auf Dauer doch irgendwie ziemlich nervig.

Alles in allem hat mir „Schlussstriche zieht man nicht mit Bleistift“ von Mary Lewis ausgesprochen gut gefallen. Es ist alles andere als anspruchsvoll, dafür ausgesprochen unterhaltsam, ein absolutes Gute-Laune-Buch, genau das richtige für lange Sommertage, die man irgendwo faul am Strand, auf dem Balkon oder im Garten verbringt.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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