Rezension zum Hörbuch Die Bücherdiebin von Markus Zusak

Ich war mir doch eigentlich so sicher, dass ich diesen Roman von Markus Zusak schon einmal rezensiert habe… Nun, wahrscheinlich gehört diese Rezension zu denen, die mir im Laufe der Jahre durch gelöschte Accounts, verlorene Blogs und ähnliches abhanden gekommen sind. Jedenfalls, ich habe „Die Bücherdiebin“ bereits gelesen bevor ich mir dieses Hörbuch zu Gemüte geführt habe und ich würde es auch jedem empfehlen eher das Buch zu lesen, einfach weil es sich bei dem Hörbuch um eine gekürzte Ausgabe handelt. Wenn man das Buch einmal kennt, es sich gerne noch einmal zu Gemüte führen möchte, jedoch nicht unbedingt selbst lesen will, dann ist dieses Hörbuch eine hervorragende Alternative.

Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus, ein Thema, das mich zugegebenermaßen nur selten begeistern kann, zu oft wurde dieser Abschnitt der deutschen Geschichte in der Schule in sämtlichen Fächern durchgekaut, oftmals auf gerade zu sträflich langweilige Art und viel zu oft mit dem sprichwörtlichen erhobenen Zeigefinger, mit dem an das kollektive Schuldbewusstsein der Deutschen appeliert werden sollte. Hin und wieder jedoch stolper ich über ein Buch, das zur Zeit des Nationalsozialismus spielt, und bleibe daran hängen. In diesem Fall war es der Titel, der mich auf das Buch aufmerksam gemacht hat, jedoch der Erzähler, der mich dazu bewogen hat, das Buch tatsächlich zu lesen.

Denn erzählt wird Liesel Memingers Geschichte vom Tod. Und aus dem hat Zusak einen einfach grandiosen Erzähler gemacht. Aus seiner ganz und gar einzigartigen Perspektive erzählt er diese Geschichte, mit viel Einfühlungsvermögen, aber auch einer gewissen Distanziertheit, mit viel Witz und wundervoller Einsicht, teilweise aber auch Unverständnis und vor allem immer absolut lebensbejahend. Eine wundervolle Perspektive, die dieser Geschichte wahnsinnig viel gibt und die auch das Hörbuch zu einem echten Highlight macht, denn die Erzählstimme des Tods scheint Erzähler Boris Aljinovic gerade zu auf den Leib geschrieben zu sein.

Und diese Mischung ist es auch, die mir an diesem Hörbuch so gut gefallen hat. Ja, bereits in der gedruckten Form ist dieser Roman klasse, glänzt durch faszinierende Charaktere, die dem Leser völlig unerwartete und ungewohnte Perspektiven eröffnen und eine wundervolle, eindringliche Sprache, Aljinovic bringt diese Vorlage jedoch noch einmal zu neuen Höhen – etwas, was ich bei einem Hörbuch nie für möglich gehalten hätte. Gerade deswegen finde ich es allerdings auch so schade, dass es sich hier um eine gekürzte Version handelt.

Trotzdem, alles in allem eins absolut großartiges Hörbuch und eins der besten, die ich je gehört habe (zugegeben, bei meiner Vorgeschichte mit Hörbüchern heißt das nicht allzu viel). Daher gibt es eine dicke Empfehlung für „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Rezension zum Hörbuch Die Bücherdiebin von Markus Zusak”

  1. Das Buch ist wirklich sehr gut und ich kann es auch nur weiterempfehlen. Ich teile deine Meinung, denn die Charaktere finde ich ebenfalls sehr schön und die Geschichte von Liesel ist berührend und bleibt einem im Gedächtnis.

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