Rezension zu Echos der Vergangenheit von Mark Barnes

„Echos der Vergangenheit“ von Mark Barnes ist ein ziemlich großariges Stück High Fantasy, bei dem es der Autor seinen Lesern mit dem Einstieg in die Geschichte allerdings nicht ganz so leicht macht – so zumindest mein Eindruck.

Denn man wird hier so ziemlich ohne großes Brimborium mitten in die Geschichte geschmissen. Mitten in eine komplexe Welt mit ausgeklügelter Geschichte, interessantem Magiesystem und faszinierenden Wesen. Das sorgt erst einmal für einen recht verwirrenden Einstieg in die Geschichte und man muss sich darauf einlassen können, dass man die Geheimnisse von Mark Barnes‘ Welt erst nach und nach aufdecken kann.

Lässt man sich aber darauf ein, wird man wirklich reich belohnt. Denn die Kreativität, die der Autor hier an den Tag legt, ist wirklich atemberaubend. Die ganze Welt besitzt eine unglaubliche Tiefe, mit einer Jahrtausende zurückreichenden Geschichte, und die verschiedenen Rassen und Wesen, die einen in „Echos der Vergangenheit“ erwarten, sind einzigartig in ihrer Vielfalt und Innovation.

Das Schöne ist auch, während man anfangs noch völlig überwältigt ist von all diesem Fremden und Neuen, ist die gesamte erste Hälfte des Buchs hauptsächlich darauf ausgelegt, den Leser in diese Welt einzuführen. Das klingt wesentlich langweiliger als es wirklich ist, denn auch wenn die Handlung an sich in dieser ersten Hälfte recht langsam ist, gibt es einfach so wahnsinnig viel zu entdecken, dass einen das gar nicht wirklich stört.

Mit den Charakteren hatte ich allerdings so meine Probleme. Es wird zwar relativ schnell deutlich, welche von ihnen eine Rolle spielen und welche nicht – die unwichtigen Figuren entwickeln einfach gar keine Tiefe und bleiben auch nicht lang in Erinnerung -, durch all die völlig neuen Infos, die unbekannten Namen, etc. (und wohl auch, weil ich noch nie ein Fan des ganzen politischen Gedöhnses in High Fantasy war) war es für mich anfangs schier unmöglich den Überblick über die Figuren zu behalten, darüber wer auf welche Seite hört und einfach wer überhaupt wer ist… Das macht es natürlich erst einmal recht schwierig die Handlung überhaupt aufnehmen zu können, gibt sich leider aber auch erst nach gut der Hälfte der Handlung.

Alles in allem ist Marc Barnes‘ „Echos der Vergangenheit“ definitiv alles andere als eine leichte Lektüre. Aber der Roman hat großartiges Potential und wenn man sich einmal durch die erste Hälfte gekämpft und einen Weg in die überaus komplexe Handlung gefunden hat, dann erwartet einen eine wirklich spannende, fesselnde und faszinierende Geschichte, vielschichtig und innovativ, voller neuer Ideen und sehr gut, wenn auch auf sehr hohem Niveau, umgesetzt.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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