Rezension zu Mayra und der Prinz von Terrestra von Marita Grimke

Ich muss ganz ehrlich gestehen, ich bin doch immer etwas – naja, okay, ziemlich – skeptisch, wenn mich Indie-Autoren über mein Blog anschreiben und mir ihr Buch zur Rezension anbieten. Nach einigen doch recht niederschmetternden Erfahrungen mit Werken, die vor Fehlern aller Art – egal ob Rechtschreibung, Grammatik und Logik – nur so strotzen, habe ich doch das eine oder andere Vorurteil entwickelt. Und wie es mit Vorurteilen nun mal so ist, sind diese ja doch oftmals völlig ungerechtfertigt, so auch im Fall von Marita Grimkes SciFi-Fantasy-Roman „Mayra und der Prinz von Terrestra“.

Zwar ist dieses Buch nicht perfekt, aber welches Buch ist das schon? Dafür hatte ich großen Spaß beim Lesen und das ist schließlich das, was zählt.

In der Zukunft, in der Mayra lebt, heißt die Erde Unionia und ist Zentrum eines galaxieweiten Verbunds von Planeten, die die Menschen im Laufe der Jahrhunderte besiedelt haben. Einige dieser Planeten sind jedoch im Laufe der Zeit „verloren“ gegangen und wurden erst kürzlich wieder entdeckt. So auch Terrestra, ein kleiner Planet, dessen Bewohner, abgeschnitten vom Rest der Menschheit, promt ins Mittelalter zurückbefördert wurden – ein wahrer Kulturschock für die junge Mayra, als diese für eine Schulaufgabe ihren Großvater nach Terrestra begleitet.

Mit Mayra konnte ich von Anfang an sehr viel anfangen, sie war mir sympathisch und die perfekte Figur, um an ihrer Seite die Welten von Unionia und Terrestra zu entdecken. Auch die anderen Charaktere haben mir sehr gut gefallen, denn wie Mayra selbst sind sie vielschichtig und facettenreich und decken ein sehr breites Spektrum an unterschiedlichsten Figuren und Charakteren ab, was gerade das Zusammenspiel der Personen sehr interessant macht.

Am faszinierendsten fand ich jedoch mit Abstand die Welt, die Autorin Marita Grimke hier geschaffen hat. Sowohl Unionia als auch Terrestra, gerade aber die Unterschiede zwischen diesen beiden so gänzlich gegensätzlichen Welten, haben mich von der ersten Seite an restlos fasziniert. Auf der einen Seite die hoch technisierte, völlig durchstrukturierte und durch und durch futuristische Welt von Unionia, auf der anderen Seite das mittelalterliche, archaische und vor allem auch magische Terrestra. Ein spannender Gegensatz, den die Autorin hier hervorragend umsetzt.

Den einen oder anderen Stolperstein gab es in „Mayra und der Prinz von Terrestra“ dann allerdings doch. So wechselt das Tempo der Erzählung immer mal wieder. Manche Dinge geschehen erstaunlich schnell, andere ziehen sich ziemlich. Das hält sich jedoch in Grenzen, sodass es im Großen und Ganzen nicht wirklich störend ist. Ähnlich ist es an einigen Stellen auch mit der Sprache, hier hätte an manch einer Stelle einfach etwas sauberer und besser formuliert werden können. Diese Holprigkeit hier und da fand ich jedoch nicht allzu störend, da habe ich schon deutlich schlimmeres gelesen 😉

Alles in allem hat mir Marita Grimkes Roman „Mayra und der Prinz von Terrestra“ sehr gut gefallen – deutlich besser, als ich jemals erwartet hätte. Sicherlich, hier und da ist die Sprache und der Stil der Erzählung noch etwas holprig, aber ich hatte großen Spaß beim Lesen und kann dieses durch und durch ausgefallene SciFi-Fantasy-Jugendbuch nur wärmstens weiterempfehlen.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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