Rezension zu Wie Schnee so weiß von Marissa Meyer

Nach Cinder als Aschenputtel in „Wie Monde so silbern“, Scarlet als Rotkäppchen in „Wie Blut so rot“ und Cress als Rapunzel in „Wie Sterne so golden“ kommt im vierten und letzten Roman von Marissa Meyers „Die Luna-Chroniken“ nun noch Winter als Schneewittchen hinzu. Mit „Wie Schnee so weiß“ bringt die Autorin ihre SciFi-Märchenadaption auf rund 850 Seiten zu einem fulminanten Abschluss. Und weil es nun mal nicht anders geht hier die Warnung für alle, die die ersten Teile der Serie noch nicht gelesen haben: Achtung, Spoiler!

Ich muss ehrlich sagen, ich hatte einen katastrophalen Start mit dem Buch, die englische Version habe ich vor fast zwei Monaten angefangen und bin nie über die ersten Seiten hinausgekommen, bis ich mir Anfang der Woche nochmal die Zusammenfassungen der ersten drei Bände durchgelesen habe. Danach ging es auf einmal ganz fix mit dem Wälzer und es hat keine zwei Tage gedauert, bis ich mit dem Lesen fertig war (in die deutsche Ausgabe habe ich dann zugegebenermaßen nur noch mal hier und da reingeblättert 😁).

Die Charaktere konnten mich erneut durch und durch begeistern. Da sind natürlich zu allererst die vier Protagonistinnen, die allesamt relativ durchgeknallt sind – nicht nur Winter, die ja offiziell verrückt ist und die, so unterschiedlich sie auch sind, alle nicht nur wirklich sympathische sondern auch starke Persönlichkeiten sind. Auch die Männer an ihrer Seite sind völlig unterschiedlich: Während Cyborg-Prinzessin Cinder mit ihrer rauen Art und dem ganzen „harte Schale – weicher Kern“-Gehabe in dem diplomatisch-zurückhaltenden Kaiser Kaito ihr perfektes Gegenstück gefunden hat, bilden die ‚Farmerin‘ Scarlett und der genmanipulierte Soldat Wolf das perfekte Alpha-Pärchen und auch die schüchterne, weltfremde Hackerin Cress und der kriminelle Frauenheld Thorne ergänzen sich großartig, auch wenn ihnen das selbst erst noch klar werden muss. Und dann ist da natürlich noch der ziemlich stoische Jacin, Wächter im königlichen Palast und Kindheitsfreund von Winter und – man ahnt es schon – Schneewittchens Prinz (aber nicht nur 😉).

Die Handlung… nun, während mich die Charaktere wie schon gesagt erneut faszinieren konnten, hatte ich gerade zu Beginn des Romans schon so meine Probleme mit der Handlung, denn wie schon gesagt, habe ich den Einstieg in die Geschichte einfach nicht gefunden. Das mag natürlich daran liegen, dass es schon eine ganze Weile her ist, dass ich „Wie Sterne so golden“ gelesen habe, aber irgendwie wollte es nicht klicken und ich musste mich wirklich erst dazu aufraffen, noch einmal nachzulesen, was in den ersten drei Teilen geschehen war, bevor ich etwas mit „Wie Schnee so weiß“ anfangen konnte. Und auch wenn ich den Roman danach nur so verschlungen habe, hatte ich manchmal doch das Gefühl, dass die über 800 Seiten eindeutig übertrieben waren – es gab diverse Stellen, an denen man das ewige Hin und Hergerenne und das „Einer wird festgenommen und entkommt, der nächste wird festgenommen usw.“-Spiel meiner Meinung nach doch hätte kürzen können. Und dadurch, dass die Figuren häufig voneinander getrennt und scheinbar planlos über den Mond irrten, gab es halt auch leider weniger Chancen, ihr so unterhaltsames Zusammenspiel zu beobachten.

Trotzdem, alles in allem hat mich Marissa Meyer mit „Wie Schnee so weiß“ ziemlich überzeugen können und es ist alle male ein gelungenes Finale für „Die Luna-Chroniken“ – ich vermisse die SciFi-Märchenhelden jetzt schon! Und jedem, der sich auch nur im entferntesten für SciFi und Märchen Mash-Ups mit Kick-Ass Charakteren und jeder Menge Humor, Action und auch Romantik begeistern kann, für den ist diese Serie definitiv eine ganz dicke Empfehlung!

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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