Rezension zu An jedem einzelnen Tag von Marianne Kavanagh

Zehn Jahre lang bekommen sich Tess und George nicht ein einziges Mal zu Gesicht – und das obwohl sie gemeinsame Freunde haben und diese der Meinung sind, dass die beiden perfekt zu einander passen würden, dass sie Seelenverwandte seien. Jahre lang verpassen sich die beiden immer und immer wieder um Haaresbreite – bis sie sich dann schlussendlich doch gegenüber stehen.

Und an diesem Punkt fingen meine Probleme mit dem Buch an. Denn der Anfang von Marianne Kavanaghs „An jedem einzelnen Tag“ hat mir ausgesprochen gut gefallen. Sowohl Tess als auch George waren mir schnell ziemlich sympathisch. Sie sind einfach süß, beide sehr leidenschaftlich und voller Träume, die sie auch mit ganzem Herzen verfolgen.

Nur, wenn man zehn Jahre lang jeder für sich seine ganz eigenen Wünsche verfolgt, sein eigenes Leben lebt, ist man dann nach diesen zehn Jahren immer noch die gleiche Person? Oder hat man sich dann nicht eigentlich doch ziemlich weiterentwickelt, sodass die zehn Jahre alte Aussage von Freunden, dass man seelenverwandt sei, in Frage gestellt werden müsste?

So unterhaltsam ich die Beinahetreffen der beiden Protagonisten auch fand, so unglaubwürdig fand ich die Geschichte dann ab dem Punkt, an dem sich die beiden tatsächlich gegenüber stehen. Denn die Leben, die sie sich vorher aufgebaut haben, spielen plötzlich quasi keine Rollen mehr – was, zumindest bei den vorherigen Liebschaften, durch mangelnde Tiefe eigentlich schon vorherzusehen war.

Ich hätte mir bei „An jedem einzelnen Tag“ von Marianne Kavanagh mehr Tiefe im ersten Teil der Geschichte gewünscht, in den zehn Jahren, die bis zur Begegnung der beiden Protagonisten vergeht, und dafür hätte die Geschichte für mich gut und gerne mit besagter Begegnung aufhören können. So fand ich gerade den zweiten Teil halt relativ langweilig und nicht so wirklich glaubwürdig, schade!

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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