Rezension zu Rot wie das Meer von Maggie Stiefvater

Maggie Stiefvater - Rot wie das MeerAdd on GoodReadsMaggie Stiefvater – Rot wie das Meer
 
Originaltitel: The Scorpio Races
Verlag: Script 5
Format: Gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 430
ISBN: 978-3839001479
 
 
[mygenres]  
 
 

Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann.
Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei dem sie auf Capaill Uisce gegeneinander antreten. Nicht wenige bezahlen dafür mit ihrem Leben.
Das diesjährige Rennen aber wird sein wie keines zuvor: Als erste Frau wagt Puck Connolly, sich einen Platz in dieser Männerwelt zu erkämpfen. Sie gewinnt den Respekt von Sean Kendrick, der ihr anfangs widerwillig, dann selbstlos hilft. Schließlich fällt der Startschuss und auch diesmal erreichen viele Reiter nicht das Ziel.
Ihr Blut und das ihrer Capaill Uisce färben die Wellen des Meeres rot …

 
 
Meinung:
 
Maggie Stiefvaters „The Wolves of Mercy Falls“-Bücher stehen seit Ewigkeiten ungelesen in meinem Regal. Ich bin nie über die erste Hälfte von Band 1 hinaus gekommen, egal wie oft ich es versucht habe. Mich haben die Bücher einfach nicht begeistern können. Entsprechend skeptisch war ich dann auch wegen diesem Buch hier. Doch die Idee klang so außergewöhnlich, dass ich mich trotzdem dran versucht habe. Und das mit Erfolg.

Denn „Rot wie das Meer“ ist wirklich etwas ganz Anderes, Außergewöhnliches und Besonderes. Und es hat mich schon von den ersten Seiten an in seinen Bann gezogen, denn man merkt direkt, dass sich die Autorin hier einem völlig neuen Thema widmet.

Etwas, was sich meiner Meinung nach auch direkt in Stiefvaters Schreibstil zeigt, der mir hier nämlich wirklich tausendmal besser gefallen hat, als in ihren anderen Büchern. Er ist bildgewaltig und atmosphärisch und es hat wirklich nur wenige Sätze gebraucht, bis ich soweit in die Geschichte eingetaucht war, dass ich das Geschehen beim Lesen lebhaft vor Augen hatte.

Dazu haben natürlich auch die Charaktere erheblich beigetragen, allen voran Puck, die eigentlich Kate Connolly heißt, und Sean, aus deren Blickwinkeln die Geschichte abwechselnd erzählt wird. Besonders gefallen hat mir hier, dass die Charaktere sehr viel vielschichtiger und dreidimensionaler auf mich gewirkt haben, als das in Stiefvaters anderen Romanen der Fall war. Es ist mir relativ leicht gefallen, mich mit ihnen zu identifizieren und in sie hineinzuversetzen, da ihre Gefühle, Gedanken und Handlungen durchweg realistisch und daher nachvollziehbar waren.

Als sehr „erfrischend“ (im Sinne von endlich mal was anderes!) habe ich auch die düstere Stimmung des Buchs empfunden. Schuld an der sind natürlich Stiefvaters an den Kelpie-Mythos angelehnten Pferdewesen, die Capaill Uisce. Denn die sind eben so blutrünstig wie faszinierend. Leider war genau das auch der Punkt, an dem es für mich stellenweise etwas (aber wirklich nur ein wenig) gehapert hat, denn hier ist mir das Buch zusehr in Richtung geschmackloser Splatter-Horror-Movie geholpert. Das war aber zum Glück nur an wenigen Stellen der Fall, ansonsten hätte ich wohl deutlich mehr Probleme mit dem Buch gehabt. So ist das Buch zwar definitiv nichts für arg empfindliche oder sehr junge Leser, der Gewalt- und Blut-Anteil ist aber nicht unangemessen für die Geschichte.

Mein Fazit daher: Mit „Rot wie das Meer“ hat sich Maggie Stiefvater in meinen Augen im Vergleich zu ihren „Die Wölfe von Mercy Falls“-Romanen deutlich weiterentwickelt und 430 Seiten melancholisches Kopfkino geschaffen, das zwar an einigen wenigen Stellen doch hin und wieder kleinere ‚Hänger‘ hat, mich insgesamt aber rundherum in seinen Bann gezogen hat.
 
 

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5 Sterne - Super
 
 

 
 
Die Autorin
 
Maggie Stiefvater, geboren 1981, hatte glücklicherweise immer Schwierigkeiten, ihren Hang zu Tagträumereien und Selbstgesprächen mit ihren Jobs zu vereinbaren. Anstatt also als Kellnerin, Kalligraphielehrerin oder technische Redakteurin zu arbeiten, versuchte sie es mit der Kunst. Heute lebt die New York Times-Bestsellerautorin in den Bergen Virginias, ist verheiratet, hütet zwei kleine Kinder sowie zwei neurotische Hunde und hofiert eine verrückte Katze.
 
 

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Rot wie das Meer von Maggie Stiefvater”

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