Rezension zu Schattenkrieger von Luke Scull

„Schattenkrieger“ von Luke Scull ist ein wirklich guter High Fantasy Roman. Er ist düster und hart, aber diese Grundstimmung passt ganz hervorragend zur Geschichte und die ist richtig spannend, wenn auch nicht so ganz ohne und garantiert nicht für jeden Geschmack etwas.

Am besten gefallen haben mir die Charaktere. Denn hier hat der Autor wirklich das gesamte Spektrum an möglichen Figuren aufgefahren. Und die erstrahlen zu Beginn der Geschichte allesamt in Grautönen und es ist wahnsinnig spannend zuzuschauen, wie sich die Charaktere und ihre Beziehungen entwickeln und wie die Figuren langsam zum Guten bzw. Bösen hindriften.

Dadurch kommt eine ungewöhnliche Tiefe in der Charakterisierung zustande, denn man kann von Anfang an die Motive der einzelnen Personen nachvollziehen und so genau verfolgen, was sie zu bringt so zu handeln, wie sie es letztendlich tun. Dazu kommt, dass es der Autor einfach versteht eigentlich völlig stereotype Helden hier zu ganz neuer Größe zu bringen und dabei ganz schamlos mit Klischees um sich wirft – ohne, dass das ganze langweilig oder abgedroschen daher kommt.

Ähnliches gilt für Setting und Plot. Beide sind randvoll mit Ideen, teilweise zwar vom Konzept her bekannt, aber völlig neu umgesetzt, größtenteils jedoch ganz individuell und mir zumindest so noch nicht begegnet. Teilweise sind die Elemente, die sich hier zu einem absolut epischen Hintergrund vereinen, ganz für sich genommen so abstrus, das es rückblickend schon fast lächerlich ist, in der Geschichte jedoch ergibt sich daraus ein wahnwitzigen, faszinierendes und magisches Geflecht aus ungewöhnlichen Ideen, Konzepten, Charakteren und Entwicklungen.

Alles in allem ist Luke Sculls Debüt „Schattenkrieger“ düster, magisch und von der ersten bis zur letzten Seite faszinierend. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass hier noch etwas Luft nach oben ist und da es ja der Auftakt einer Serie ist, gibt es gute 4,5 Sterne für dieses Buch und eine dicke Empfehlung an alle Fans düsterer High Fantasy.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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