Rezension zu Die Fäden der Zeit von Lori M. Lee

Liest man sich die Inhaltsangabe zu „Die Fäden der Zeit“ von Lori M. Lee durch, bekommt man den Eindruck – oder zumindest habe ich den Eindruck bekommen -, dass einen ein actionreiches Fantasyabenteuer erwartet, voller Magie, getrieben von Geschwisterliebe und mit dunklen Geheimnissen gespickt. Tja… Ich bin mir sicher, all das steckte auch irgendwo in dieser Geschichte, die ich gelesen habe, nur war es halt wirklich sehr, sehr tief versteckt.

Denn die Geschichte ist vor allem eins: Langsam. Ja, „Die Fäden der Zeit“ ist der Auftakt zu einer Serie, zu – oh Wunder – einer Trilogie und Hauptelement der Handlung ist eine Suche, die sind nun einmal von Natur aus nicht unbedingt schnellgängig, aber leider ist Lori M. Lees Roman so langsam, dass er langweilig wird und das sogar relativ schnell. Das liegt auch daran, dass sich die Ereignisse in einer Art Dauerschleife befinden, denn Protagonistin Kai trifft massenweise Charaktere, immer und immer wieder, nur um diese nur Seiten später wieder zu verwerfen.

Leider konnte mich auch der Weltaufbau nicht überzeugen, denn für meinen Geschmack gab es hier eindeutig zu viele Lücken, zu viel das – wie in der Handlung selbst – relativ lieblos zusammen gepflückt zu sein scheint, vieles das erstmal keinen rechten Sinn ergeben will und bis sich schließlich ein Gesamtbild offenbart, ist man doch leider schon so gelangweilt, dass es einem relativ egal ist. Es gibt einfach nichts – keinen Ort, keine Figur -, das als Anker dient, zumindest wenn man die Protagonistin und ihren besten Freund/Schwarm nicht als solchen sehen kann, wie es bei mir der Fall war.

Alles in allem hat „Die Fäden der Zeit“ von Lori M. Lee definitiv Potential, richtig viel sogar, aber so wie man quasi nichts von der eigentlich so beeindruckenden Fähigkeit der Protagonistin zu sehen bekommt, so bleibt auch das restliche Potential der Geschichte weitestgehend ungenutzt. Zum Ende hin zeigt die Autorin allerdings doch noch, was in dieser Geschichte steckt und das macht mich, trotz des ansonsten eher enttäuschenden Leseerlebnis, dann doch auch wieder neugierig auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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