Rezension zu Starters von Lissa Price

„Starters“ ist ein wirklich faszinierendes Buch. Prices Charaktere haben so real gewirkt, jeder mit seiner eigenen, facettenreichen Persönlichkeit inklusive Schwächen und bösen Zügen, dass ich es herrlich fand Callie durch ihre Geschichte zu begleiten. Auch die moralischen Themen, wie der Abstand zwischen Arm und Reich und die Vorherrschaft der Elders in dieser alternden Gesellschaft, waren total faszinierend, da sie teilweise wirklich gruselige Parallelen zu unserer heutigen Gesellschaft aufweisen.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich habe es in einem Stück durchgelesen, weil es einfach so verstörend gut war. Unglücklicherweise hat es allerdings auch einige Lücken in der Hintergrundgeschichte, etwas fehlende Information, die dafür gesorgt hat, dass einige Dinge unrealistisch und unglaubwürdig wirkten. Ich denke, das Problem war, dass die Autorin so gut wie keine Zeit damit verbracht hat die Gesellschaft zu beschreiben, wie sie vor diesen “Spore Wars” war, sodass ich erst dachte, dass die Geschichte in der unmittelbaren Zukunft spielt und nur die “Spore Wars” unsere heutige Gesellschaft von der in Starters trennen.

Wie sich dann allerdings herausgestellt hat (es gibt vielleicht eine handvoll Sätze, die darauf hinweisen), war die Gesellschaft von „Starters“ bereits vor dem Krieg ganz anders als unsere. Genau genommen war diese „Vorkriegs-Gesellschaft“ eine überspitzte Version unserer heutigen Gesellschaft, in der der ganze Gedanke einer überalternden Gesellschaft weitergedacht wurde, eine Gesellschaft, in der junge Leute nicht mehr arbeiten durften, weil sie sonst den Älteren, die locker 200 Jahre oder älter wurden, die Jobs geklaut hätten. Es fehlt also mindestens eine ganze Generation zwischen heute und der Zeit, in der das Buch spielt.

Diese fehlende Information war das einzige, was mich an diesem Buch wirklich gestört hat, denn ansonsten ist es wirklich fesselnd und flüssig zu lesen. Es gab allerdings leider wirklich einige Dinge, die durch diesen Mangel an Informationen einfach nicht zu 100% zusammen gepasst haben oder unlogisch erschienen, einfach deshalb weil ich den Hintergrund hinter diesen Dingen anhand der wenigen Informationen, die die Autorin preis gegeben hat, nicht erkennen konnte und daher hoffe ich wirklich, dass es in der Fortsetzung „Enders“ ein paar mehr Infos gibt.

Alles in allem ist „Starters“ allerdings ein tolles Buch, teilweise ziemlich düster aber ich fand es klasse und kann es nur jedem empfehlen, der post-apokalyptische und dystopische Romane mag.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Rezension zu Starters von Lissa Price”

  1. Schön, hier auf einen weiteren Science Fiction-Fan zu treffen 🙂 Bin zur Zeit im absoluten Dystopie-Fieber und musste daher natürlich „Starters“ unbedingt haben. Finde die Idee toll (warum bin ich da nicht drauf gekommen…) und fand das Buch spannend bis zur letzten Seite. Das einzige, was mich nicht so richtig überzeugt hat, ist die sprachliche Qualität. Dennoch: absolut lesenswert. Meine Rezension: http://www.leselink.de/buecher/jugendromane/starters.html

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