Rezension zu Miss Vee oder Wie man die Welt buchstabiert von Lissa Evans

Zu Beginn des zweiten Weltkriegs wird der junge Noel, ein zurückgezogenes, schüchternes Kind, das sich lieber mit Büchern denn mit seinen Mitschülern beschäftigt, mit der Kinderlandverschickung von London ins kleine St. Alban geschickt – fort von seiner Patentante Mattie und hin zur chaotischen Vera. Vera, oder Vee, hat ständig mit Schulden zu kämpfen und schmiedet immer wieder neue Pläne, wie sie zu Geld kommen könnte.

So unterschiedlich Noel und Vee auch sind, beide konnten mich sofort in ihren Bann ziehen, sowohl durch ihre authentischen Charaktere als auch durch ihren Umgang miteinander, der trotz ihrer großen Unterschiede instinktiv harmonisch ist. Die beiden Figuren ergänzen sich ganz wundervoll und es ist toll zu verfolgen, wie sie an einander wachsen und sich gegenseitig helfen – auf ganz unterschiedliche und nicht immer gänzlich bewusste oder absichtliche Art.

Aber auch die anderen Figuren, Mattie, Noels Patentante, die lediglich im Prolog und in den Erinnerungen des zehnjährigen Jungen auftaucht, Vees verstummte Mutter, die ihre Zeit damit verbringt, Briefe an alle möglichen Leute zu schreiben, in denen sie über Leben und Krieg philosophiert und Vees Sohn, Donald, faul und von Profitgier getrieben, sind so plastisch, so real dargestellt, dass man gar nicht anders kann, als sich von ihnen in den Bann der Geschichte ziehen zu lassen. Dazu kommt die Kriegskulisse, die authentisch und lebendig wirkt und den optimalen Hintergrund für diese Geschichte über das Leben, Freundschaft und allem, was dazu gehört.

Mich konnte Lissa Evans daher mit „Miss Vee oder wie man die Welt buchstabiert“ absolut begeistern, von der ersten Seite an haben mich ihre Figuren in den Bann dieser gefühlvollen Geschichte ziehen können. Definitiv eins meiner Topbücher dieses Jahr und eine dicke Empfehlung wert!

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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3 Kommentare zu “Rezension zu Miss Vee oder Wie man die Welt buchstabiert von Lissa Evans”

  1. Hallo,

    eine wirklich sehr schöne Rezension. Ich hätte es besser nicht ausdrücken können. 🙂

    Wenn du magst, verlinke ich deine Rezension in meiner?

    Liebe Grüße
    Henrik

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