Rezension zu Das vierte Siegel von Liane Sons

Ich muss zugeben, ich hatte einige Probleme in diese Geschichte hineinzufinden. Den Prolog, die Geschichte davon, wie die ‚Götterkette‘ in menschliche Hände fällt und warum sie letztendlich in vier Teile geteilt wird, fand ich sehr interessant und wirklich gut zu lesen. Mit den ersten „richtigen“ Kapiteln hatte ich dann aber so meine Probleme, der Funke wollte einfach nicht so ganz überspringen.

Das lag hauptsächlich an den Protagonisten. Denn die wollen beim besten Willen keine Helden sein, werden aber im wahrsten Sinne des Wortes gezwungen auszuziehen, um eine Prophezeiung rund um die Erben der vier Teile der Götterkette zu erfüllen. Und auch wenn ich die Beschreibung der gesamten Szenerie und dessen, was aus der Welt geworden ist, nachdem die Götterkette getrennt wurde, sehr gelungen und interessant fand, hatte ich anfangs erhebliche Probleme mit den Charakteren.

Ich weiß nicht genau woran es lag, aber es wollte mir einfach nicht gelingen, sie wirklich sympathisch zu finden, geschweige denn mich in sie hineinzuversetzen oder irgendetwas in der Art. Glücklicherweise hat sich das nach einigen Kapiteln langsam gelegt, die Protagonisten bleiben weiterhin äußerst unwillige Helden, aber man fängt an mit ihnen zu sympathisieren und sich in ihre Situation einzufühlen. Und es stellt sich raus, dass die Autorin ihre Charaktere auf wirklich intelligente und vielschichtige Art und Weise kreiert hat, sodass sie einem nach einer Weile, trotz der anfänglichen Schwierigkeiten, wirklich ans Herz wachsen.

Die Geschichte selbst ist wirklich spannend. Das liegt vor allem daran, dass die Autorin einen sehr lebendigen Schreibstil hat, mit sie die Welt, die sie geschaffen hat, zum Leben erweckt. Dabei ist immer auch eine gute Prise Humor dabei, die sich hauptsächlich in den Dialogen der Charaktere offenbart, weshalb sie mir erst einmal nicht aufgefallen ist. Aber gerade die Konsequenzen, die die Teilung der Götterkette in ihre vier Elemente Weisheit, Magie, Stärke und Liebe, nach sich zieht, sind toll konzipiert und wirklich spannend umgesetzt.

Alles in allem erfindet Liane Sons das Genre der High Fantasy zwar nicht neu, aber ihre Geschichte ist, trotz anfänglicher Holprigkeit, magisch, actionreich und spannend mit realistischen Charakteren, so dass „Das vierte Siegel“ ein wirklich unterhaltsames Buch ist, das sich gut und schnell durchlesen lässt und nach einer Weile wirklich fesselnd wird.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Rezension zu Das vierte Siegel von Liane Sons”

  1. Hallo,

    Die Autorin ist aus meiner Momentanen Nachbarschaft, was mal wieder zeigt das überall kreative Geister ihre Welten auf Papier bringen. Die Idee der (naja, fast) Anti-Helden ist mir eher sympatisch, es ist für mich einfach glaubwürdiger ist das die meisten eher keine lust auf Gefahr und die Rettung der Welt haben… Deswegen werde ich es mit dem Buch mal versuchen…
    Danke für den Buchtipp 🙂

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