Rezension zu Dark Love von Lia Habel

Buchkritik:

Ein herrliches Buch! Auch wenn ich Aussagen wie „Zombies sind die neuen Vampire“ für ziemlich schwachsinnig halte, muss ich doch zugeben, dass ich mich immer mehr mit den nicht ganz so appetitlichen Untoten anfreunde und sie auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung zur Monotonie der ewig gleichen Vampirromanzen mit ihren viel zu perfekten, glitzernden und schillernden untoten Blutsaugern.
Glücklicher Weise ist die Sache mit dem „untot sein“ auch das einzige, was Vampire und Zombies gemeinsam haben und so bietet das Thema Zombies unendlich viele neue Möglichkeiten für wahrhaft fabelhaften Lesestoff. Und Lia Habel legt mit ihrem Debütroman „Dark Love“ ein wirkliches Glanzstück vor.
Sie lebt in einer Welt, die all ihre Probleme und Unzulänglichkeiten hinter einem Gerüst aus moderner Technik und viktorianischer Gesellschaftsstruktur versteckt. Er lebt in einer Welt, in der die Menschen nach ihren Tod nicht einfach Tod bleiben, sondern als wandelnde Leichen an der Front im Kampf für’s Heimatland eingesetzt werden. Nora Dearly und Bram Griswold könnten nicht viel gegensätzlicher sein. Doch als Bram, in einem verzweifelten Versuch Nora zu retten, diese entführt, knallen ihre Welten mit voller Wucht aufeinander.
Lia Habel erzählt die Geschichte der beiden unterschiedlichen Teenager aus vier verschiedenen Perspektiven: Neben Kapiteln, in denen aus der Sicht von Nora oder Bram erzählt wird, gibt es auch solche, in denen aus der Sicht von Noras bester Freundin Pamela und Noras Vater Victor Dearly erzählt wird. Dadurch kann sich die Geschichte viel weiter entfalten, denn die Autorin hat sich selbst dadurch die Möglichkeit gegeben, mehrere verschiedene Handlungsstränge im Verlauf der Geschichte immer mehr miteinander zu verflechten bis es am Ende zum großen „Showdown“ kommt.
Besonders toll fand ich, wie unglaublich gut die Charaktere, auch die, die keine direkte Hauptrolle innehaben, ausgearbeitet sind und wie sympathisch mir die Protagonisten schon nach den ersten Seiten waren. Denn Habel gibt jedem von ihnen eine ganz eigene Stimme und auch einen ganz eigenen Humor, der mir immer wieder wirklich sehr amüsante Momente beim Lesen beschert hat.
Eine meiner Lieblingsstellen, war diese:

Genau. Warum machte ich mich für die Monster nicht noch ein bisschen appetitlicher? Als ob eine Kuh Eau de Bratensaft tragen würde.

Dark Love, S. 131

Außerdem sollte man wissen, dass der „Zombie“-Faktor bei diesem Buch nichts ist, was einen abschrecken sollte. Ja, es gibt menschenfressende Monster in diesem Buch, aber Bram und seine Freunde haben, durch die kurze Zeit zwischen Tod und Reanimation, ihren Verstand und ihre Gefühle behalten und sind auf ihre Art wirklich liebenswert und keineswegs unmenschliche, eklige Monster. Ich bin selbst Monate lang um dieses Buch herumgeschlichen, weil ich mir nicht sicher war, ob ich mir wirklich einen Zombie-Roman antun sollte, denn ich bin definitiv alles andere als ein Fan von Zombies, aber ich bereue nicht im geringsten, dass ich mich schlussendlich doch dazu entschieden habe, das Buch zu lesen.

Fazit:

„Dark Love“ ist eine faszinierende Mischung aus Dystopie, Steampunk und Zombie-Romanze, die so unglaublich gut gelungen ist, dass ich gar nicht glauben kann, dass ich so lange gewartet habe, um das Buch zu lesen, und ich kann nur jedem raten, sich nicht von Labels wie „Zombies“ oder „Dystopie“ abschrecken zu lassen, sondern dem Buch einfach mal eine Chance zu geben, denn „Dark Love“ hat seine ganz eigene Magie.

Das Cover:

Schade, leider nicht so wunderbar aussagekräftig wie das Cover des Originals, aber naja…

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Dark Love von Lia Habel”

  1. Hm, klingt ja super … Hab das Buch auf meine WL gesetzt. Allerdings brauche ich bei ca. 150 Büchern auf dem SUB eigentlich keinen Nachschub 😉 Aber aufgrund mehr oder weniger freiwilliger 2-jähriger Lesepause sind meine Bücher inzwischen alle schon relativ … nicht mehr aktuell. Und es gibt ja so viele NEUE Bücher, die man auch lesen will, gell? 😉

    1. *lach* Das stimmt wohl! Und 150 Bücher sind doch jetzt nicht sooo viel 😉
      Und das Buch ist wirklich gut, ich kann es dir echt nur empfehlen. Du kannst es ja auch einfach so machen: 2 alte Bücher, 1 neues Buch, 2 alte Bücher, und so weiter und so fort 😉

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