Rezension zu Magyria: Das Herz des Schattens von Lena Klassen

Budapest als Kulisse für eine Vampir-Dreiecksgeschichte. Das war so ungefähr das, was ich anhand des Klappentexts über dieses Buch gedacht habe. Daher bin ich auch gefühlte Ewigkeiten immer und immer wieder in der Buchhandlung um dieses Buch herum geschlichen. Denn einerseits habe ich viel Gutes darüber gehört und gelesen und finde das Cover einfach traumhaft, andererseits hat mich die Inhaltsbeschreibung dann doch erstmal davon überzeugt, dass man sich dieses Buch auch getrost sparen kann. Schlussendlich hat dann aber doch meine Neugierde gesiegt, was ehrlich gesagt hauptsächlich an dem Cover lag… Nun ja.

Erstmal stellt sich heraus, dass der Klappentext ja doch irgendwie ziemlich irreführend ist. Denn zum einen spielt ein Teil der Handlung nicht in Budapest sondern in der Parallelwelt Magyria und zum anderen gibt es überhaupt keine Vampire – es gibt so genannte Schatten, die Vampirähnliche Eigenschaften haben, aber keine Vampire. So weit, so gut, denn auf die Vampire konnte ich sowieso getrost verzichten und Parallelwelten können die Sache ja eigentlich nur spannender machen. Dachte ich zumindest.

Ich muss zugeben, dass mich die Idee von Magyria anfangs auch wirklich begeistert und ziemlich schnell in ihren Bann gezogen hat. Genau wie die Tatsache, dass der Teil, der in der realen Welt spielt, in Budapest spielt, einer Stadt aus der man als Kulisse sicherlich sehr viel machen kann. Leider aber gab es zwei Dinge, die meiner Begeisterung für das Setting dann doch relativ schnell wieder einen Dämpfer verpasst haben: Die Handlung und die Charaktere.

Dabei waren es vor allem Letztere, die mir ziemlich schnell die Lust am Lesen genommen haben. Denn die meisten Figuren, darunter auch Protagonistin Hanna, bleiben völlig flach und schemenhaft. Die Autorin widmet ihnen quasi gar keine Beschreibungen und dem Leser damit keine wirkliche Möglichkeit die einzelnen Personen kennen zu lernen. Lediglich die Schatten, Kunun und Mattim, werden mehr oder minder ausführlich beschrieben.

Aber auch sie bleiben, wie alle anderen Charaktere auch, im wahrsten Sinne des Wortes leer. Denn so vielversprechend die zwei am Anfang auch auf mich wirkten, im Laufe der Geschichte stellt sich heraus, dass Klassens Charaktere quasi nichts denken, nichts fühlen und generell nicht viel mehr als mehr oder minder skizzenhafte, leere Hüllen zu sein scheinen, denen man nicht wirklich viel, vor allem nicht die Liebesgeschichte zwischen Hanna und Mattim, abkauft.

Das wirkt sich natürlich auch enorm auf die Handlung aus. Denn wenn ich den Charakteren ihre Aktionen nicht abkaufe, dann wird plötzlich die gesamte Geschichte relativ sinnlos und unglaubwürdig. Da hilft dann auch Klassens eigentlich recht angenehmer und solider Schreibstil nicht mehr weiter, die Geschichte fängt schnell an sich zu ziehen und mich zu langweilen.

Alles in allem ist „Magyria: Das Herz des Schattens“ daher auf einigen Interessanten Ideen aufgebaut, besonders im Hinblick auf das Setting, denn sowohl Magyria als auch Budapest konnten mich verzaubern, doch das ganze wurde für mich relativ schnell durch die Charaktere ruiniert. Wirklich weiter empfehlen möchte ich das Buch daher nicht, aber das ist nunmal alles Geschmackssache 🙂

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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