Rezension zu Gesetz der Rache von Kristen Simmons

Oh weh… Die große Frage bei diesem Buch ist ja eigentlich, warum zur Hölle habe ich es überhaupt gelesen? Der erste Band, der von der Mehrheit der Leser ja hoch gelobt wurde, war für mich ein absoluter Reinfall. Vielleicht hatte ich einfach die fehlgeleitete Hoffnung, dass es mit dem zweiten Band besser werden könnte. Ist aber nicht der Fall gewesen.

Ehrlich gesagt ist dieses Buch meiner Meinung nach einfach nur schlecht. Warum? Weil das bisschen Story, dass sich in dieser Geschichte finden lässt – und unglaublicherweise hat die Autorin es tatsächlich vollbracht in diesem zweiten Band mehr davon unterzubringen als noch im ersten – durch die „Heldin“ völlig zerstört wird.

Ember ist eine Katastrophe. Das Mädchen ist nicht nur von Grund auf unsympathisch, sie ist auch eine völlig unkonstante und unzuverlässige Hauptfigur, deren Verhalten sich eigentlich nur durch multiple psychische Probleme, besonders im Bereich Selbstwahrnehmung, erklären lässt. Klingt vielleicht überzogen, ist aber trauriger Weise der Eindruck, den ich bereits nach dem ersten Band hatte und der sich mittlerweile nur noch verstärkt hat.

Das Problem ist tatsächlich, dass so ziemlich jeder Aspekt der Geschichte an Ember regelrecht zerschellt. So ruiniert sie die Spannung, indem sie einerseits immer wieder Pläne anderer Figuren abblockt und als unsinnig hinstellt, diese dann aber andererseits wenige Kapitel später als ihre eigene Idee und damit als die beste Idee aller Zeiten darstellt. Die Liebesgeschichte, sofern sie denn überhaupt als solche bezeichnet werden kann, scheitert allein daran, dass Ember ihre große Liebe ja gar nicht leiden kann und nur des Prinzips wegen mit ihm zusammen zu sein scheint.

Und auch sonst scheitern so ziemlich sämtliche Beziehungen zwischen Ember und den anderen Figuren daran, dass sie offenbar einfach nicht in der Lage ist einmal über ihre eigenen Bedürfnisse hinaus auch die Gefühle, insbesondere Ängste und Probleme, der Anderen wahrzunehmen. Grundsätzlich setzt sie alles in Beziehung zu sich selbst und nur zu sich. Dadurch dass die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt wird, wird das schnell nicht nur anstrengend sondern vor allem furchtbar nervtötend.

Alles in allem ist meine Hoffnung, dass Simmons‘ zweiter Roman eventuell wenigstens etwas besser wird, als der erste Versuch, kläglich gescheitert. Beim besten Willen keine Empfehlung für „Gesetz der Rache“.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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