Rezension zu Für immer und ehrlich von Kirsty Greenwood

„Für immer und ehrlich“, der Debütroman von Kirsty Greenwood, ist eine einfach wahnsinnig unterhaltsame, locker-leichte Lektüre, die mir sehr großen Spaß gemacht hat und mich immer wieder dazu veranlasst hat, während des Lesens laut loszulachen.

Protagonistin Natalie Butterworth hat eigentlich alles, was sie sich wünschen kann, inklusive eines traumhaften Verlobten. Naja, fast zumindest. Denn Natalie ist Profi im Erzählen von „little white lies“ (ich mag den englischen Ausdruck einfach), also unschuldigen kleinen Notlügen, um anderen oder sich selbst vor verletzten Gefühlen, Bloßstellung, etc. zu bewahren. Natalie ist bei weitem keine notorische Lügnerin, sie will nur um jeden Preis Konfrontationen und Konflikte vermeiden, möchte immer gefallen und erzählt daher allen immer das, was sie hören wollen.

Beschwert sie sich, weil ihr Friseur ihr nur Wochen vor der Hochzeit die Frisur hoffnungslos ruiniert hat? Stutzt sie ihre Mutter und Schwester zurecht, weil diese ihr ungefragt ein furchtbar hässliches Hochzeitskleid gefragt haben? Sagt sie ihrem Verlobten, dass das Essen, das er für sie gekocht hat, schrecklich schmeckt und der Sex mit ihm nun wirklich kein Highlight ist? Nein, nein und nochmals nein.

Als Leser wird einem schnell klar, dass Natalies Leben nur deshalb perfekt ist, weil sie es sich, ohne große Rücksicht auf ihre eigenen Gefühle und immer nur in der Hoffnung niemanden vor den Kopf zu stoßen, zurecht gelogen hat. Was also passiert, wenn sie plötzlich keine Lügen mehr erzählen kann? Wenn alles, was von ihren Lippen kommt, nur noch die bitterböse Wahrheit ist? Natalies perfektes Leben löst sich langsam aber sicher auf und Natalie muss feststellen, dass sie sich selbst wohl am meisten belogen hat.

Kirsty Greenwoods Debüt ist einfach unglaublich lustig. Protagonistin Natalie ist, obwohl sie erstmal wie ein schreckliches Weichei wirkt, total sympathisch und ein wirklich facettenreicher Charakter, der nach und nach Seiten offenbart und Entwicklungen durchmacht, die man so nicht erwartet hätte. Und auch die anderen Charaktere sind detailliert und liebevoll ausgearbeitet, sodass man sich leicht auf ihre Geschichte einlassen kann.

Alles in allem ist „Für immer und ehrlich“ einfach humorvolle, kurzweilige Unterhaltung, die gute Laune macht und das Potential hat, einen immer wieder zum Lachen zu bringen. Ich kann Kirsty Greenwoods Roman nur empfehlen und bin gespannt darauf, was es noch so von der Autorin geben wird.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Rezension zu Für immer und ehrlich von Kirsty Greenwood”

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