Rezension zu Dark Queen: Schwarze Seele, schneeweißes Herz von Kimberly Derting

Kimberly Derting - Dark Queen: Schwarze Seele, schneeweißes HerzAdd on GoodReadsKimberly Derting – Dark Queen: Schwarze Seele, schneeweißes Herz
 
Originaltitel: The Pledge
Verlag: Egmont Ink
Format: Gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 368
ISBN: 978-3863960179
 
 

[mygenres] Band 1 der Serie „Dark Queen“
 

In dem von Aufständen erschütterten Königreich Ludania bestimmt die Zugehörigkeit zu einer Klasse, welche Sprache du sprichst – oder verstehst. Wenn du vergisst, wo dein Platz ist, kennen die Gesetze der Königin keine Gnade. Allein auf den Blickkontakt mit gesellschaftlich Höhergestellten steht die Todesstrafe. Die siebzehnjährige Charlaina – kurz Charlie – versteht alle Sprachen, jeden Dialekt. Eine gefährliche Fähigkeit, die sie schon ihr ganzes Leben lang verstecken muss. Nur in den illegalen Clubs im Untergrund der Stadt kann sie das für kurze Zeit vergessen. Dort trifft sie den geheimnisvollen Max, der eine Sprache spricht, die Charlie noch nie gehört hat, und der beinahe ihr Geheimnis entdeckt. Und als die Rebellen die Stadt schließlich überrennen, ist er es, der erkennt, dass Charlie der Schlüssel für ihren Sieg sein könnte. Doch für wen wird Max sich entscheiden, für das Mädchen, das ihn fasziniert, oder für seine Königin?

 
 
Meinung:
 
Im Königreich (Im Original heißt es eigentlich „queendom“, also „Königinnenreich“) Ludania leben die Menschen in einem strengen Kastensystem, bei dem der Unterschied zwischen den Kasten durch sprachliche Barrieren noch vergrößert wird.

Die unterste Kaste der Diener spricht lediglich die allgemeine Sprache Englaise, die jeder Bürger des Königreichs beherrscht. Angehörige der mittleren Kaste, der alle Dienstleister und Lieferanten, wie z.B. Metzger, Schneider, Kaufleute und Gastwirte, angehören, sprechen unter ihresgleichen in der ihnen eigenen Sprache Parshon. Termani hingegen ist die Sprache der höchsten Kaste, der Politiker, Ärzte und Anwälte angehören. Lediglich die royale Sprache, die von Angehörigen der Königsfamilie und der königlichen Wache gesprochen wird, nimmt einen noch höheren Rang ein als Termani.

Kenntnis und Verständnis einer Sprache, die nicht die der eigenen Kaste oder die Universalsprache Englaise ist, sind unter Todesstrafe verboten, genauso wie auch der Blickkontakt zu einem Angehörigen einer höheren Kaste, während dieser in der Sprache seiner Kaste spricht. Darin besteht auch die größte Gefahr für Dertings Protagonistin Charlie, denn diese kann jede Sprache verstehen und nicht nur Englaise und die Sprache ihrer Kaste, Parshon. Diese Fähigkeit allein würde ihr sicheres Todesurteil sein, sollte jemals jemand davon erfahren.

Leider, leider weiß ich nicht, was ich jetzt bloß zu diesem Buch schreiben soll… Irgendwie fällt mir nicht wirklich irgendwas negatives dazu ein. Und eigentlich finde ich es gar nicht so toll, beim Rezi-Schreiben einfach nur in eine Lobeshymne zu verfallen. Daher hier mein größter Kritikpunkt am Buch: Die Genre-Einordnung. Sieht man mal von den seltenen Verweisen auf Elektrizität und Technik und der Tradition seine Kinder nach ehemaligen Städten zu benennen ab, ist das Buch eigentlich reine Fantasy und keine düstere Zukunftsvision. Dafür kam einfach zu viel magisches Brimborium im Buch vor. Aber wenn man die Genre-Einordnung einfach mal ignoriert und nicht mit der steifen Erwartung besagter düsteren Zukunftsvision an das Buch herangeht, dann gibt es eigentlich gar nichts daran auszusetzen.

Charlie war mir vom ersten Augenblick an sympathisch. Vielleicht liegt es an der Beziehung zu ihrer kleinen Schwester, die ein paar ganz eigene Geheimnisse hat, vielleicht an der Art, wie sie mit der Bürde ihrer Fähigkeit umgeht, vielleicht auch daran, dass sie sich dem süßen Kerl nicht direkt an den Hals wirft, auf jeden Fall konnte ich mich ohne weiteres in sie hineinversetzten und vollkommen in ihre Geschichte eintauchen.

Dazu kommt, dass die ganze Idee, die hinter dem Buch steht, die detailreich konzipierte Welt und die vielen, vielen bunten Charaktere unglaublich faszinierend waren und mich schon nach wenigen Sätzen gefesselt haben, wobei die wechselnden Perspektiven einen großen Teil dazu beigetragen haben.

Und dann das Ende! Da ist man schon hin und hergerissen, ob man sich freuen soll, dass alles doch noch gut wird oder ob man lieber bedauern soll, dass es schon vorbei ist und was macht Frau Derting? Sie zerstört einfach mit einem Satz jegliche Illusion eines märchenreifen „Happily Ever After“ und lässt einen mit offenem Mund vor Überraschung über diese plötzliche Wendung und dem Verlangen sofort zu erfahren, wie Charlies Geschichte wohl noch weitergehen mag, zurück.

Fazit: Kaufen! Oder auf den Weihnachtswunschzettel setzten! Aber auf jeden Fall lesen, lesen, lesen!
 
 


Buy The Book Now at The Book Depository, Free Delivery World Wide
 
 
5 Sterne - Super

 
 
Die Autorin
 
Kimberly Derting lebt und arbeitet an der Nordwestküste der USA, wo das miserable Wetter die geradezu perfekte Stimmung schafft, um wirklich Dunkles und Geheimnisvolles zu schreiben. Geboren und aufgewachsen ist Kimberly Derting in Seattle, und bereits in der Highschool entschloss sie sich, Journalismus zu studieren, nachdem sie die Idee, Truck-Fahrerin zu werden, schweren Herzens aufgegeben hatte.
 
 

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

Alle Beiträge von Rike (Filia Libri) »

2 Kommentare zu “Rezension zu Dark Queen: Schwarze Seele, schneeweißes Herz von Kimberly Derting”

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*