Rezension zu Selection: Die Kronprinzessin von Kiera Cass

Oh weia… Das hier ist ein klarer Fall von zu viel des Guten. Hätte Kiera Cass es nach dem dritten Band ihrer „Selection“-Reihe bleiben und die Trilogie so für sich stehen lassen, die Serie wäre wohl auf ewig eine meiner liebsten Trash-Serien geblieben. Mit Band 4, das eigentlich eher der Beginn einer neuen Teilserie ist, hat die Autorin es aber eindeutig übertrieben. Ja, schon die drei Romane rund um America und ihre beiden Lieben Maxon und Aspen waren teils nur schwer zu ertragen, aber Eadlyn hebt das ganze in „Selection: Die Kronprinzessin“ auf ein ganz neues Level.

Ihr habt die ersten Romane von Kiera Cass gelesen? Dann kennt ihr America, die naive, entscheidungsunfreudige und irgendwie nicht so recht lebensfähig erscheinende Protagonistin der ersten „Selection“ Romane. In „Selection: Die Kronprinzessin“ ist nun ihre Tochter Eadlyn die jenige, die mitten in einer Selection steckt und zwar ihrer eigenen, denn als Kronprinzessin braucht sie schließlich einen passenden Prinzen und überhaupt macht es doch einfach Sinn jetzt plötzlich eine neue Selection zu veranstalten, oder? Naja, eher nicht… Eine wirklich sinnvolle Grundlage hat dieser Roman also nicht, aber das ist noch der am wenigsten störende Teil der ganzen Geschichte.

Das Hauptproblem ist Eadlyn. Ihr dachtet America wäre eine nur schwer zu ertragende Protagonistin? Falsch, ihre Tochter ist noch viel, viel extremer. Eadlyn ist schlicht und ergreifend schrecklich. Sie ist grenzenlos naiv, absolut ignorant und völlig missraten, ein verzogenes Miststück, das sich selbst für das größte Geschenk an die Menschheit hält, weshalb sie auch grenzenlos egoistisch ist und sich dann wundert, warum keiner sie mag. Das Gewicht der Welt lastet auf ihren schmalen Schultern und diese Last muss natürlich ständig allen unter die Nase gerieben werden und als Entschuldigung für jedes noch so unsoziale Verhalten herhalten. Und charakterliche Weiterentwicklung? Fehlanzeige, denn Eadlyn entwickelt sich nicht, sie beschließt lediglich, dass sie jetzt anders, besser ist als zu vor – weil das so ja auch funktioniert. Kurzum, Eadlyn ist einfach lächerlich und als Protagonistin nicht einmal ansatzweise ernst zu nehmen. Dadurch kann man natürlich auch den Rest der sowieso alles andere als ersten Geschichte nicht mehr ernst nehmen.

Alles in allem war „Selection: Die Kronprinzessin“ von Kiera Cass in ziemlicher Reinfall, der allein schon dadurch deutlich wird, dass meine Lieblingsszene die war, in der Eadlyn von einem ihrer Brüder endlich mal einen Dämpfer verpasst bekommt und er ihr sagt, dass sie nicht so gut ist, wie sie sich selbst immer darstellt. Solange man also nicht wirklich absolut hart gesottener Fan der ersten drei „Selection“ Bände ist, braucht man es mit diesem hier wohl gar nicht erst versuchen.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

Alle Beiträge von Rike »

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

%d Bloggern gefällt das: