Rezension zu Die Erben von Atlantis von Kevin Emerson

Mit „Die Erben von Atlantis“ ist Autor Kevin Emerson ein wirklich guter Auftakt zu einer YA-Dystopie-Serie, die sich für mich vor allem durch die interessante Mischung aus Dystopie und mythologischen/phantastischen Elementen und die gut dargestellte Post-Klimakatastrophe-Szenerie auszeichnet.

Ich muss allerdings auch ganz ehrlich sagen, dass dieses erste Buch sehr… langsam war. So passiert erst einmal kaum etwas, zwar wird einem als Leser relativ schnell bewusst, dass an Protagonist Owen etwas besonderes dran ist (dieses nette kleine Detail wird ja auch bereits in der Inhaltsangabe verraten), danach passiert jedoch über weite Strecken des Buchs kaum etwas handlungsrelevantes.

So lernt man zwar Owen sehr ausgiebig kennen, was an sich ja nicht schlecht ist und er ist auch ein durchaus sehr sympathischer Charakter mit vielen Schwächen und Stärken, Ecken und Kanten und insgesamt einfach nicht perfekt sondern menschlich, sodass man sich schnell in seine Situation hineinfühlen kann. Allerdings bleiben die meisten anderen Figuren sehr schemenhaft und auch Owen macht irgendwann die recht vorhersehbare Wandlung vom unsicheren kleinen Jungen zum Helden durch und dadurch wird es irgendwann doch etwas langatmig.

Kurz bevor es dann aber wirklich richtig langweilig werden kann, legt die Handlung plötzlich ein ordentliches Tempo vor und die Spannung steigt. Die Ereignisse werden zum Ende hin immer turbulenter, bevor sie dann ihren Höhepunkt erreichen und auf den letzten Seiten wieder etwas abflachen, sodass das Buch ohne große Cliffhanger oder Brüche ausklingt.

Alles in allem war es bei „Die Erben von Atlantis“ daher auch wirklich die Idee, die mich gefesselt hat, die Umsetzung ist im ersten Band noch ein wenig zäh, allerdings nicht holprig, denn das ganze liest sich – wie der Schreibstil des Autors überhaupt – sehr flüssig und glatt, nur dieser gewisse Funke fehlt halt einfach noch. Trotzdem, wer die Nase noch nicht voll hat von YA-Dystopien und auch nichts gegen den starken phantastischen Einschlag hat, dem würde ich Kevin Emersons „Die Erben von Atlantis“ definitiv empfehlen.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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