Rezension zu Düsteres Verlangen: Die wahre Geschichte des jungen Victor Frankenstein von Kenneth Oppel

Kenneth Oppel - Düsteres Verlangen: Die wahre Geschichte des jungen Victor FrankensteinAdd on GoodReadsKenneth Oppel – Düsteres Verlangen: Die wahre Geschichte des jungen Victor Frankenstein
 
Originaltitel: This Dark Endeavour: The Apprenticeship of Victor Frankenstein
Verlag: Beltz & Gelberg
Format: Gebunden
Seiten: 384
ISBN: 978-3407811219
 

[mygenres] Band 1 der Serie „Victor Frankenstein“
 

Die Zwillingsbrüder Frankenstein, vereint und zugleich entzweit in der Liebe zu einem Mädchen. Doch dann erkrankt der eine schwer. Dunkle Mächte sollen Rettung bringen – und stellen alles in Frage, was je über das Leben, die Liebe und den Tod behauptet wurde …

Genf, um 1800: Victor und Konrad Frankenstein lieben einander so innig, wie es nur Zwillinge vermögen. Allein die schöne Elizabeth steht zwischen ihnen. Dann erkrankt Konrad plötzlich an einem lebensgefährlichen Fieber. Die Ärzte stehen vor einem Rätsel. Victor, rasend vor Verzweiflung, ist bereit, alles für seinen Bruder zu tun. Im Chateau Frankenstein stößt er auf eine geheime Bibliothek, in der ein Buch das »Elixier des Lebens« verspricht. Dessen Zutaten scheinen der Phantasiewelt eines kranken Geistes zu entstammen. Oder doch nicht? Zusammen mit Elizabeth macht sich Victor auf die Suche. Unvorstellbare Prüfungen erwarten die beiden – aber auch unerwartete Versuchungen. Was wird stärker sein: Bruderliebe oder Leidenschaft? Das größte Opfer seines bisherigen Lebens steht Victor bevor …

Wie wurde Victor Frankenstein zu dem, den wir kennen? In seinem originellen Prequel zu Mary Shelleys Frankenstein gibt Kenneth Oppel eine schaurig-romantische Antwort.

 
 
Meinung:
 
Oh, wie sehr ich mich doch auf dieses Buch gefreut habe! Immerhin handelt es sich hier um eine Vorgeschichte zu Mary Shelleys berühmtem Klassiker „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“.

Dass Oppel sich wohl kaum 1:1 an die Vorlage halten würde, war klar, immerhin hat Viktor Frankenstein im Original keinen Zwilling, allerdings habe ich mich bereits nach wenigen Seiten gefragt, warum der Autor einige eigentlich nebensächliche Details, wie gewisse Hintergrundgeschichten, abgeändert hat, obwohl die Änderungen keinerlei Relevanz für seine Geschichte haben.

Dazu kam, dass der junge Viktor Frankenstein auf den ersten Seiten auf mich wie eine schlechte Karikatur von Shelleys Doktor gewirkt hat. Zwar entwickelte er sich zum Ende der Geschichte hin mehr und mehr in Richtung seiner berühmten Vorlage, doch für mich war es dadurch schwer überhaupt erst in diese Geschichte hineinzufinden.

Und leider half mir da auch Oppels Stil nicht weiter. Zwar entwickelt auch der sich im Laufe des Buchs weiter, allerdings konnte er einfach bei weitem nicht an den poetisch-düsteren Stil klassischer Gotik-Märchen heranreichen, wie ich es mir eigentlich erhofft hatte.

Was die Geschichte selbst angeht, fand ich diese von der idee her zwar durchaus passend und vielversprechend, die Durchführung konnte jedoch auch hier nicht mit meinen Erwartungen mithalten.

Oftmals hatte ich das Gefühl, dass Konzepte und Ideen, die eigentlich wirklich Potenzial gehabt hätten, einfach nicht richtig ausgenutzt und ausgearbetiet wurden und der Autor damit leider sehr viel verschenkt hat.

Alles in allem war „Düesters erlangen“ nicht das, was ich mir erhofft hatte. Es ist eine Geschichte, die Fans von Mary Shelleys Werk wohl eher enttäuschen wird, wenn man seine Erwartungen allerdings etwas herunterschraubt, ist es eine unterhaltsame Geschichte, wenn auch nur eine recht reduzierte Version der klassischen Gothic-Horror-Stories, eben ausgerichtet auf ein jüngeres Publikum.
 
 


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3 Sterne - Okay

 
 
Der Autor
 
Kenneth Oppel wurde am 31. August 1967 in British Columbia geboren. Er studierte an der University of Toronto in Ontario und lebt heute mit seiner Frau Philippa Shepphard in Cornerbrook, Neufundland. Seine liebsten Freizeitbeschäftigungen: Lesen, Filme schauen, lange Spaziergänge und Reisen.
 
 

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Düsteres Verlangen: Die wahre Geschichte des jungen Victor Frankenstein von Kenneth Oppel”

  1. Stimme deiner Rezi voll und ganz zu. Ich habe das Buch gewonnen und war am Schluss froh, dass ich kein Geld dafür ausgegeben hatte. Ich mag Oppels Vorgänger-Bücher. Aber dieses hier war nicht mein Fall. Mir waren die Personen leider alle unsympathisch oder noch schlimmer gleichgültig. Die Geschichte war irgendwie bemüht und unglaubwürdig.

    1. Mein größtes Problem war halt wirklich, dass das Buch im direkten Vergleich zu Mary Shelleys Frankenstein irgendwie doch echt abgestunken hat… Leider, weil’s von der Idee eigentlich echt gut ist.

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