Rezension zu Die 100 von Kass Morgan

Mein erster Gedanke beim Lesen von Kass Morgans „Die 100“ war: Das hat ja gar nichts mit der TV-Serie zu tun! Denn parallel zum Erscheinen des Buchs lief auch die darauf basierende Serie im deutschen Fernsehen an und ich hatte einige Folgen davon gesehen, bevor ich angefangen habe den Roman zu lesen.

Das, was ich bis dahin von der Serie gesehen hatte, fand ich zwar nicht überwältigend gut aber ziemlich interessant und war daher neugierig auf die Romanvorlage, denn die ist ja doch meistens noch eine Ecke besser als die Film- oder Serienadaption. Bei „Die 100“ war das zu meiner großen Überraschung – und Enttäuschung – leider nicht der Fall.

Das fängt schon mit den Unterschieden zwischen Buch und Serie an, denn außer der Grundidee, dem Setting und einigen zentralen Figuren (EINIGEN! Nicht allen! Es gibt in der Serie wichtige Figuren, die im Buch nicht existieren und umgekehrt) haben die beiden Versionen von Kass Morgans „Die 100“ wirklich kaum etwas gemeinsam. Und leider gefielen mir schon die Unterschiede zwischen den Figuren nicht, denn so angenehm ich es auch fand, dass man im Roman sehr viel mehr Hintergrundinformationen erhält und so die „dunkle“ Seite, die jede der Figuren hat, besser kennen und verstehen lernt, die Figuren sind verdammt schwach – eine herbe Enttäuschung nach den doch ziemlich starken Charakteren der TV-Show.

Auch inhaltlich… Nun ja, man merkt ganz eindeutig, dass „Die 100“ der erste, einleitende Band einer Serie ist, denn es geht hier hauptsächlich darum, die Figuren vorzustellen, vor allem die vier, aus deren Perspektiven erzählt wird – Clarke, wankelmütig und relativ nervig, Wells, ein Vollidiot ohne Grenzen, Bellamy, flach und zweidimensional, und Glass, völlig überflüssig und in der TV-Show auch nicht enthalten. Leider sorgt der nicht gerade sympathische Charakter der Figuren in Kombination mit den wechselnden Perspektiven dafür, dass ich zu keinem der Teenies eine wirkliche Verbindung aufbauen konnte. Dadurch wird der Roman denkbar langweilig, denn handlungstechnisch passiert hier denkbar wenig.

Alles in allem wird „Die 100“ von Kass Morgan sicherlich weder als Roman noch als TV-Show meine neue Lieblingsserie werden, ich muss aber eindeutig sagen, dass die Fernsehadaption in meinen Augen deutlich gelungener ist. Schade, dabei hatte das ganze von der Idee her so wahnsinnig viel Potential! 🙁

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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