Rezension zu Und auf einmal ist es Liebe von Karin Kallmaker

Das hier ist der erste Roman, den ich von Karin Kallmaker gelesen habe, obwohl die Autorin bereits mehrere Dutzend davon geschrieben hat, aber ich wende mich ja auch erst im Zuge meiner, ähm, Lesevorlieben-/Genreschwerpunktumstrukturierung vermehrt endlich mal wieder lesbischer Literatur zu – habe ich viel zu lange nicht gemacht.

Nach der Lektüre von „Und auf einmal ist es Liebe“ werde ich mich jedenfalls in naher Zukunft auf die Suche nach weiteren Romanen der Autorin machen, denn dieser hier hat mir doch ziemlich gut gefallen – nicht perfekt, aber ich habe da definitiv schon deutlich schlechteres gelesen.

Karin Kallmaker erzählt die Geschichte zweier ganz unterschiedlicher Frauen, Laura Izmani und Helen Baynor. Auf der Achterbahn lernen sie sich kennen und führen ein Gespräch, das sie beide dazu veranlasst ihr Leben zu überdenken und in neue Bahnen zu lenken.

Über 20 Jahre später begegnen sie sich wieder, aber nur Laura weiß, dass sie einander schon einmal getroffen haben. Helen hingegen kann sich zwar noch an die schicksalhafte Begegnung erinnern, die sie dazu veranlasst hat die Entscheidungen zu treffen, die sie zu einem berühmten Broadway-Star machten, weiß aber nicht, dass Laura die Frau ist, die damals auf der Achterbahn ihre Hand gehalten hat.

Die Geschichte, die die Autorin hier erzählt, ist gut geschrieben und ich fand es wirklich sehr angenehm, wie viel man über die beiden Protagonistinnen erfährt – man begleitet beide im Privat- wie Berufsleben, bevor es zu dem Teil der Handlung kommt, der von vorne herein klar ist.

Allerdings fehlt es der Geschichte ein wenig an Konflikt. Ja, Laura zumindest hat eine Leiche im Keller, ihre Kokainabhängigkeit, die auch der Grund ist, aus dem sie Helen nicht an ihr früheres Treffen erinnern. Aber es läuft trotzdem alles ziemlich glatt. Höhen und Tiefen sind da, ein paar unerwartetere Wendungen, aber eben keine echten Konflikte.

Alles in allem ist „Und auf einmal ist es Liebe“ von Karin Kallmaker ein schöner Roman, der auch durchaus Tiefgang aufweist, allerdings mangelt es eben etwas an Spannung/Konflikt. Trotzdem, mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, die Charaktere sind wahnsinnig sympathisch und die Geschichte gut geschrieben.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Rezension zu Und auf einmal ist es Liebe von Karin Kallmaker”

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