Rezension zu Winterglücksmomente von Karen Swan

Eigentlich gehören die Winter-Weihnachtsromane von Karen Swan für mich ja mittlerweile irgendwie schon zur Vorweihnachtstradition. Mit dem diesjährigen Exemplar „Winterglücksmomente“ habe ich allerdings so meine Schwierigkeiten gehabt. Ich fand den Roman ausgesprochen zäh und langatmig mit einer rundherum ziemlich unrealistischen Handlung und nicht allzu sympathischen Charakteren. Allerdings ist es diesmal eindeutig weihnachtlicher als z.B. in „Ein Weihnachtskuss für Clementine“! Was aber nicht heißen soll, dass der Roman tatsächlich ein Weihnachtsroman ist.

Vielleicht liegt es daran, dass eigentlich alle Romane von Karen Swan nach dem gleichen, mich langsam aber sicher langweilenden Prinzip funktionieren: Eine mehr oder minder glaubwürdige Romanze + ein mehr oder minder spannendes Mysterium in der Vergangenheit der Protagonistin + mehr oder minder weihnachtliches Setting. Vielleicht ist es aber auch wirklich eine besonders wenig gelungene Umsetzung dieses Schemas. So oder so, überzeugend war es nicht.

Nettie wandte sich mit einem glücklichen Seufzer an und lehnte die Stirn an die Scheibe. »Er hält mich für ein verrücktes Huhn«, murmelte sie selig.

Winterglücksmomente von Karen Swan, Seite 104

Das fing schon damit an, dass ich Nettie einfach nicht leiden konnte. Sie ist nervig. Sie ist offenbar unfähig nein zu sagen und lässt sich von ihren „Freunden“ in Situationen bringen, die so haarsträubend sind, dass man eigentlich nur noch die Augen verdrehen kann. Und sie hat Bodyissues, denkt ständig darüber nach einen „Obsttag“ einzulegen, weil sie mit ihren nicht mal 60kg offenbar zu dick ist. Ach, und das Mysterium in ihrer Vergangenheit darf man natürlich nicht vergessen. Es wird relativ schnell klar, dass da etwas ist, dass Netties Leben in den letzten Jahren von etwas überschattet wurde. Man kann sich irgendwann auch denken, dass dieses etwas mit ihrer Mutter zusammenhängt. Aber was genau da passiert ist? Die Antwort darauf wird in dem Versuch Spannung zu erzeugen quasi bis ins Unermessliche hinausgezögert, nur um sich dann als nicht wirklich nachvollziehbar herauszustellen.

Überhaupt konnte ich viele Teile der Handlung einfach nicht nachvollziehen. Wieso sagt Nettie nicht einfach Nein, wenn sie sich so offensichtlich unwohl fühlt? Wieso macht sie so riesige Geheimnisse um Dinge, die diese Geheimniskrämerei nicht wirklich rechtfertigen? Wieso diese Romanze, die so gar nicht gefühlvoll wirkt? Wieso, wieso, wieso?! Die Handlung konnte also nicht überzeugen, die Protagonistin auch nicht und auch die Nebencharaktere waren wenig überzeugend, besonders Netties Freunde verhalten sich einfach nicht so, wie man es von wirklichen Freunden erwarten sollte. Und Tiefe haben die Charaktere sowieso allesamt nicht.

Je größer die Sache wurde, desto mehr wünschte sie, sich verstecken zu können. Dieses Blue Bunny Girl, das all diese Sachen machte, das war nicht sie selbst.

Winterglücksmomente von Karen Swan, Seite 144

Okay, das klingt jetzt wirklich ausgesprochen schlecht, aber ich bin mit dem Roman halt auch einfach nicht warm geworden. Die Geschichte zog sich, die Handlung war mäßig unterhaltsam, die Figuren mäßig humorvoll und die Romanze konnte mich auch nicht recht überzeugen. Aber das ist halt nur meine Meinung und Karen Swans „Winterglücksmomente“ hat ja bereits viele Fans gefunden und wird bestimmt auch noch mehr finden. Aber mein Ding war es nicht, auch wenn ich die nächsten Romane der Autorin wahrscheinlich wieder lesen werden 😄

Für Fans von…

  • Schema X Chick-Lit
  • den vorherigen Karen Swan Romanen

Was andere Blogger sagen:

„Für mich war es eine nette Unterhaltung – leider aber kein Highlight.“

„Auch beim 5. Mal konnte mich Karen Swan mit ihrer diesjährigen Weihnachtsgeschichte begeistern.“

„Ein unglaublich schöner Roman, mit dem man für wenige Stunden und mit einer leckeren Tasse heißer Schokolade seine Umgebung vergisst“

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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