Rezension zu Arkadien erwacht von Kai Meyer

Dieses Buch hat mich dann doch irgendwie positiv überrascht. Ich muss sagen, die deutsche Original-Ausgabe hat mir deutlich besser gefallen, als es bei der englischen Übersetzung, die ich aus irgendeinem Grund zu erst gelesen habe – ich denke, weil ich die Originalcover der deutschen Ausgaben so blöd fand und dieses hier, das ja das der englischen Ausgabe ist, sehr viel schöner ist -, der Fall gewesen ist.

Wider Erwarten fand ich „Arkadien erwacht“ allerdings weder beim ersten noch beim zweiten Lesen allzu spannend. Im Gegenteil, über lange Strecken hinweg zog sich die Handlung relativ träge dahin und während mir als Leser relativ schnell klar war, was hier eigentlich Sache ist – oder ich es zumindest erahnen konnte, hat es furchtbar lange gedauert, bis im Buch dann endlich “die große Offenbarung” anstand und die verlief dann auch noch antiklimaktischer als ich es für möglich gehalten habe, von Atmosphäre war an dieser Stelle kaum eine Spur.

Was die Beschreibung der Szenerie hingegen angeht, war die Atmosphäre, gerade in der deutschen Ausgabe, durchgehend sehr stimmungsvoll und durch den angenehmen, teils sehr bildhaften Schriftstil des Autors dicht und eindringlich, sehr passend zur eigentlichen Geschichte. Nur die Atmosphäre rund um die Charaktere, die hat wirklich zu wünschen übrig gelassen.

An sich fand ich die Charaktere, allen voran natürlich Rosa, gut konstruiert und sie wirkten auf mich vielschichtig und realistisch, zumindest zu Beginn des Buchs, weshalb es mir sehr leicht fiel, in die Geschichte einzutauchen. Irgendwie haben die Charaktere allerdings im Laufe der Geschichte nicht dazu gewonnen, wie es eigentlich sein sollte, sondern im Gegenteil ziemlich viel eingebüßt, sie wirkten weniger plastisch und verloren relativ schnell auch meine Sympathie. Den Eindruck haben sie zumindest auf mich gemacht, vermutlich lag es hauptsächlich an diesem ewigen “um den heißen Brei herumreden”.

Zum Ende hin, so im letzten Drittel des Buchs, kam jedoch wider Erwarten tatsächlich gut Spannung auf und die Geschichte hat mich wieder in ihren Bann gezogen. Und eigentlich ist die Idee an sich ja auch wirklich toll und schon allein die Szenerie hat sehr viel für sich. Und da die Geschichte im Original einfach stimmiger und atmosphärischer ist, fand ich das Buch beim zweiten Lesen dann sogar noch eine Ecke besser – den zweiten Band werde ich jetzt jedenfalls lesen.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Arkadien erwacht von Kai Meyer”

  1. Also mir hat Arkadien erwacht von der ersten Seite an gefallen – und ich fand die Charakter – vor allem den von Rosa – sehr ansprechend. Da im ersten Teil nicht so viel Zeit vergeht fand ich nicht, dass sie sich so arg entwickeln muss. Sie ist ja auch erst am Anfang ihres Lebens als Zwitterwesen. 🙂 Und es gibt ja noch zwei weiter Teile, in denen sie beweisen kann, was in ihr steckt. Ich fand einfach die Idee des sich verwandelns und die Beschreibungen dazu so schön.

    1. Naja, jetzt so im Nachhinein gefällt mir das Buch doch auch irgendwie besser, ich werde auf jeden Fall den zweiten Band lesen, sobald er demnächst als TB erscheint, mal schauen, wie’s dann mit meiner Begeisterung aussieht 😉

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