Rezension zu Arkadien brennt von Kai Meyer

Etwa ein halbes Jahr, nachdem ich den ersten Band von Kai Meyers vielgelobter Arkadien-Reihe, „Arkadien erwacht“, gelesen habe, gefällt mir dieser, rückblickend, doch besser, als es meine Rezension dazu vermuten lässt. Dementsprechend gespannt war ich dann auch widererwarten auf den zweiten Band „Arkadien brennt“ (Ja, ich weiß, ich hätte ihn sofort lesen können, aber ich wollte auf die Piper-Taschenbuchausgabe mit dem schicken Cover warten). Aber irgendwie hat mich das Buch dann doch nicht so sehr begeistern können, wie ich mir das erhofft hatte.

Kai Meyers Schreibstil hat mir auch in diesem zweiten Band gefallen, er ist angenehm zu lesen, atmosphärisch und dicht und passt sehr gut zum Inhalt der Geschichte. Zwar ist der Stil des Autors nicht immer ganz einfach, stellenweise sogar ziemlich anspruchsvoll, er ist aber auch nicht zu abgehoben, sondern findet genau das richtige Maß für diese Geschichte, was das Lesen dann doch sehr angenehm macht und die Szenerie, New York wie Sizilien, direkt lebendig werden lässt.

Dazu kommt dann noch, dass einem als Leser der erneute Einstieg in die Geschichte wirklich sehr leicht gemacht wird, denn zu Beginn von „Arkadien brennt“ werden alle wichtigen Ereignisse des ersten Bandes noch einmal kurz rekapituliert. Das ganze ist aber so kurz und knapp gehalten und auf das Nötigste beschränkt, dass es auch Leser, die den ersten Band gerade erst gelesen haben, nicht weiter stören sollte, denn auf großartige, ausschweifende Wiederholungen verzichtet der Autor glücklicherweise.

Der Einstieg ins Buch ist mir also denkbar einfach gefallen, nur ging es leider nicht so reibungslos weiter. Im ersten Band waren es vor allem die oftmals zähe Handlung und die zum Ende hin doch stark abgeflachten Charaktere, die mir das Lesevergnügen vermiest haben, und beides hat mir leider auch in dieser Fortsetzung wieder Schwierigkeiten bereitet.

Zwar waren die Charaktere, allen voran natürlich Rosa und Alessandro, mir zu Beginn der Geschichte wie schon im ersten Band eigentlich recht sympathisch, aber sie verlieren sich leider erneut furchtbar schnell in Klischees und Stereotypen und gleiten durch die Handlung, ohne jemals nachhaltig von ihr berührt zu werden und sich auch nur ansatzweise weiter zu entwickeln. Und da kann die Idee hinter der Geschichte noch so interessant sein, wenn an den Charakteren, zumindest langfristig, alles abzuperlen scheint, macht das nur begrenzt Spaß.

Gleiches gilt für die Handlung: Auch die ist von der Grundlage her interessant und es gibt immer wieder spannende Situationen, aber leider eben auch jede Menge Stellen, an denen die ganze Sache zäh wird wie Kaugummi. Dabei entsteht so eine Art Wechselwirkung zwischen Handlung und Charakteren, die dazu führt, dass sich die beiden Elemente gegenseitig runterziehen, sobald eins mal wieder anfängt gut und interessant zu werden.

Alles in allem fand ich „Arkadien brennt“ von der Grundhandlung her zwar etwas spannender als den ersten Band, einfach, weil hier – zumindest theoretisch – einfach mehr Schwung in die Geschichte kommt, nachdem im ersten Teil erst einmal alles eingeleitet und vorgestellt wurde. Allerdings habe ich erneut große Probleme mit der mehr oder minder vorhandenen Spannung und den schnell abflachenden Charakteren gehabt. Schade!

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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