Rezension zu Die Tochter der Wälder von Juliet Marillier

Ich bin ja zugegebenermaßen ein großer Fan von historischer Fantasy, von Märchenneuerzählungen und von Irland und daher vielleicht ein klitzekleines bisschen voreingenommen, was Juliet Marilliers „Die Tochter der Wälder“ angeht. Aber der Auftakt zu ihrer „Sevenwaters“-Saga, der gleichzeitig eine Adaption des Grimmschen Märchen „Die sechs Schwäne“ und von Hans Christian Andersens „Die wilden Schwäne“ ist, konnte mich einfach restlos begeistern.

Von der ersten bis zur letzten Seite konnte mich Juliet Marillier mit diesem Roman in ihren Bann ziehen, ihre Charaktere machen es einem leicht, sich auf ihre Geschichte einzulassen und überhaupt ist „Die Tochter der Wälder“ für mich eins dieser Bücher gewesen, in deren Handlung man ganz schnell eintaucht und die einen dann nicht mehr los lassen.

Dabei ist die Geschichte von Protagonistin Sorcha eigentlich alles andere als eine glückliche Erzählung – sie erzählt von Monstern, sowohl in menschlicher als auch nicht menschlicher Form, von Betrug und Verrat, Verlust und gebrochenen Herzen, von bitterbösen Ironien des Schicksals und generell von den dunklen Seiten des Schicksals – inklusive einer recht graphischen Vergewaltigungsszene, die ich in diesem Detail nicht gebraucht hätte, vor allem, da sie quasi als „normal“ weggewischt wird und der Ausgleich fehlt, da andere Sexszenen lediglich „hinter den Kulissen“ stattfinden.

Gleichzeitig ist die Erzählung aber auch wunderschön. Wunderschön geschrieben, wunderschön erzählt und irgendwie so realistisch, dass ich (fast) restlos begeistert war. Die Figuren, die allesamt vielschichtig und lebensecht wirkten, vermischen Fantasy und Historie, genau wie auch die Handlung selbst, in der Juliet Marillier mit Liebe zum Detail und sehr rundem Schreibstil immer wieder die Grenzen der Realität verschwimmen lässt. Außerdem konnte mich das Ende begeistern – es ist einfach perfekt, weil es eben nicht perfekt ist und ich liebe Enden, bei denen halt nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist 😉

Von mir gibt es daher eine ganz, ganz dicke Empfehlung für „Die Tochter der Wälder“ von Juliet Marillier für alle, die historische Fantasy und Märchenadaptionen mögen, denn dieses Buch konnte mich fast zu 100% überzeugen und ist definitiv richtig lesenswert! Fantasy vom Feinsten ♥

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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