Rezension zu Das Tor der Dämmerung von Julie Kagawa

Julie Kagawa - Das Tor der DämmerungLovelyBooks - In dein Regal stellenJulie Kagawa – Das Tor der Dämmerung
 
Originaltitel: The Immortal Rules
Verlag: Heyne
Format: Gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 608
ISBN: 978-3453268579
 
 

[mygenres] Band 1 der Serie „Unsterblich“
 
 

Nur sie kann die Menschheit retten

Unsere Welt ist in Dunkelheit getaucht. Die Menschen sind zu Gefangenen geworden. Nur wer sich an die Regeln hält, hat eine Chance zu überleben. Doch die junge Allison will sich nicht mehr an diese Regeln halten. Sie fordert das Schicksal heraus und lehnt sich gegen ihre Unterdrücker auf – mit ungeahnten Folgen.

Grenzen, Mauern und Verbote gehören zum Alltag der 17-jährigen Allison, seit sie denken kann. Denn sie wächst in einer Stadt auf, in der die Menschen von den Vampiren regiert werden, grausamen Fürsten der Nacht. Sie haben sich eine Luxuscity errichtet und lassen ihre Gefangenen, die ihnen regelmäßig Blutzoll schulden, für sich schuften. Jeder kleinste Verstoß gegen die Regeln wird geahndet, und Allison erfährt schon früh, dass ihr Leben nicht viel wert ist. Als sie vor die Wahl gestellt wird, zu sterben oder ihren Unterdrückern gleich zu werden, entscheidet sie sich für den Weg der Unsterblichkeit – und hoff t, nun endlich unangreifbar zu sein. Doch vor den Toren der festungsartig abgeriegelten Stadt lauert etwas, vor dem sich sogar die Vampire fürchten …

 
 
Meinung:
 
Erst Feen, jetzt Vampire. Julie Kagawas „Plötzlich Fee“ Serie hat mir im Großen und Ganzen ja wirklich gut gefallen, aber Vampire? Von denen habe ich die Nase eigentlich voll. Allerdings gibt es bei Frau Kagawa nicht nur Vampire, sondern dystopische/post-apokalyptische Vampire! Und auch wenn mir beide Genres an sich, Vampire und Dystopien, mittlerweile irgendwie auf den Geist gehen, die Mischung macht’s bekanntlich und daher war ich wirklich gespannt auf Kagawas neustes Werk „Das Tor der Dämmerung“.

Und war wirklich positiv davon überrascht. Dabei sind mir besonders die Vampire positiv aufgefallen, denn die glitzern nicht einmal ansatzweise! Juchee! Ganz im Gegenteil, denn diese Vampire haben keine Skrupel dabei Menschenblut zu trinken und dass jeder von ihnen wenigstens einen Menschen auf dem Gewissen hat, ist, in Ermangelung eines besseren Vergleichs, so sicher wie das Amen in der Kirche. Endlich einmal wieder bösartige Vampire!

Dementsprechend ist auch die Grundstimmung in diesem Buch eher düster und Kagawa schreckt nicht davor zurück ihre Charaktere, und vor allem auch ihre Protagonistin Allison, das spüren zu lassen. Zwar kommt auch „Das Tor der Dämmerung“ nicht ganz ohne diesen irgendwie weich gespülten Effekt aus, der die meisten YA-Bücher prägt, aber er fällt erfrischend gering aus, sodass er mich nicht weiter gestört hat, was doch eine ziemliche Ausnahme ist.

Dabei verwebt die Autorin gekonnt herkömmliche Vampirmythen mit ganz neuen, eigenen Ideen, sodass eine düstere, exotische Welt vorstellt, die doch irgendwie noch nah genug an unserer eigenen Welt dran ist und genügend Elemente aus dieser sowie genügend Ängste von uns Menschen aufgreift, sodass man sich doch irgendwie mit dieser Welt verbunden fühlt und sich in sie hineinversetzen kann. Kagawa reizt die Grenzen des YA-Genres hier übrigens so weit aus wie nur irgend möglich, gerade im Bezug auf Gewalt und Brutalität – allerdings ist mir dabei positiv aufgefallen, dass sie es nicht übertreibt und ins Geschmacklose abdriftet sondern immer im Rahmen dessen bleibt, was zur Geschichte passt.

Dazu kommen die Charaktere, angefangen natürlich mit Allison, die diese Geschichte gekonnt abrunden. Allison ist stark und mutig, doch was schon kurz nach Beginn der Geschichte passiert, wirft auch sie völlig aus der Bahn. Ich fand es wahnsinnig erfrischend, dass Kagawa keine Heldin geschaffen hat, die von allen Katastrophen und Desastern mysteriöserweise verschont wird bzw. wie durch ein Wunder keine bleibenden Schäden davon trägt, sondern dass Allison im Laufe der Geschichte doch arg mitgespielt wird. Das machte sie für mich als Charakter sehr viel greifbarer und realistischer. Dazu kamen diverse Nebencharaktere, die Allison auf ihrer Reise trifft und die mich vor allem durch ihre Vielfältigkeit und Individualität begeistert haben.

Alles in allem hat mir „Das Tor der Dämmerung“ wirklich positiv überrascht. Es gibt ein paar Holprigkeiten in der Erzählung, Stellen an denen der Stil etwas zu glatt wird und gerade am Anfang auch die eine oder andere kleine Länge, aber alles in allem fand ich es toll. Die Geschichte ist ganz anders als die „Plötzlich Fee“ Serie, auf eine düstere Weise faszinierend und definitiv eine der besseren dystopischen/post-apokalyptischen Geschichten, die es so gibt.
 
 


Buy The Book Now at The Book Depository, Free Delivery World Wide
 
 
Mit herzlichem Dank an den Heyne fliegt, der so freundlich war, mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen
Heyne fliegt
 
 
4 Sterne - Sehr gut

 
 
Die Autorin
 
Schon in ihrer Kindheit gehörte Julie Kagawas große Leidenschaft dem Schreiben: Langweilige Schulstunden vertrieb sie sich damit, all die Geschichten festzuhalten und zu illustrieren, die ihr im Kopf umher spukten – nicht gerade zur Freude ihrer Lehrer. Nach Stationen als Buchhändlerin und Hundetrainerin machte sie später ihr größtes Interesse zum Beruf und wurde Autorin. Sie lebt und schreibt mit ihrem Mann, zwei schwer erziehbaren Katzen und zwei Hunden in Louisville, Kentucky.
 
 

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

Alle Beiträge von Rike (Filia Libri) »

2 Kommentare zu “Rezension zu Das Tor der Dämmerung von Julie Kagawa”

  1. Ich habe SO die Nase voll von Vampiren die glitzern, völlig harmlos sind und sich nur aus Blutbänken bedienen oder ihre menschliche Seelengefährtin finden… Hab ich eine Zeitlang ganz gerne gelesen, aber es wird einfach zuviel.

    Das Buch hier steht für heute Abend auf meiner Leseliste. 🙂

  2. Hab die Plötzlich Fee Reihe von ihr nicht so doll gefunden (hab auch nur das erste gelesen) , was aber auch dran liegen kann das ich Feen Geschichtchen nicht leidern kann … Vampire hingegen liebe ich und Dystopien erst! Wandert sofort auf meine WuLi danke für die Rezi 🙂

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*