Rezension zu Die Dreizehnte Fee: Erwachen von Julia Adrian

Es war einmal ein Märchen. Oder zwei, oder drei oder vielleicht auch eher ein paar Dutzend? Auf jeden Fall hat Autorin Julia Adrian für ihren Roman „Die Dreizehnte Fee: Erwachen“ tief in die Märchenkiste gegriffen und Stoffe der verschiedensten Erzählungen zu einer ganz eigenen Geschichte verwoben – einer Geschichte ohne Happy End, so zumindest die Prämisse. Allerdings – und das ist auch direkt mein größter (und eigentlich auch einziger) Kritikpunkt an dieser Geschichte – ist „Erwachen“ mit seinen nicht einmal 150 Seiten ja nur der Auftakt einer Trilogie und das Ende lässt sich hier definitiv noch nicht absehen.

Sie, die Fee, die Königin, die Hexe, die Dreizehnte, sie ist die Protagonistin dieser Geschichte, aber nicht ihre Heldin. Denn eine Heldin könnte sie niemals sein, mit ihren Haaren schwarz wie Ebenholz, den Lippen rot wie Blut und der Haut weiß wie Schnee und dem Herz hart wie Stein. Es sollte der Kuss der wahren Liebe sein, der sie aus ihrem tausendjährigen Schlaf erlöst, stattdessen ist ihr Prinz nur kurze Zeit später tot und sie in der Gewalt eines Hexenjägers, der sie als Waffe im Kampf gegen ihre zwölf Schwestern nutzen möchte.

Mit einer sehr klaren, prägnanten, teils auch sehr kalten Sprache und einem etwas abgehakten Schreibstil führt Julia Adrian ihre Leser quer durchs Märchenland, nur hat dieses Märchenland kaum etwas mit dem gemeinsam, das man aus den Geschichten kennt. Denn auch wenn jedes Märchen seinen wahren Kern hat, die Wirklichkeit ist deutlich komplizierter und vor allem voll von Grauschattierungen statt klar unterteilt in Schwarz und Weiß – einer der Aspekte dieses Romans, die mich am meisten begeistern konnten, denn die Grenzen zwischen Gut und Böse sind hier fließend und können, je nach Blickwinkel, auch schon mal deutlich variieren.

„Die Dreizehnte Fee: Erwachen“ von Julia Adrian ist ein Roman über Liebe und Rache, über Gut und Böse, darüber, die leicht die Grenzen dazwischen verwischen können und darüber, sich selbst zu finden, eingebettet in eine Geflecht aus verschiedensten Märchen. Von mir gibt es eine ganz klare Empfehlung für diesen wundervollen Roman, der eine Fülle bekannter Märchen auf eine spannende Art und Weise neu zusammensetzt.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Rezension zu Die Dreizehnte Fee: Erwachen von Julia Adrian”

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