Rezension zu Sündenbock von Judith Arendt

Seit einem Jahr ist Ruth Holländer nun schon Schöffin am Amtsgericht in Berlin und nach ihrem ersten spektakulären Fall „Unschuldslamm“ ist es in der letzten Zeit sehr ruhig, schon fast langweilig in ihrem Ehrenamt zugegangen. Da wird sie einem Fall zugelost, der sie aus irgendwelchen Gründen sehr stark berührt und der ihr nicht so eindeutig erscheint, wie es die Beweislage glauben lässt. Der Rentner Jürgen Dombroschke ist angeklagt, seine unheilbar kranke Frau vergiftet zu haben. Alles spricht gegen ihn. Zugang zu dem Gift hatten nach seiner eigenen Aussage nur er und seine Frau. Doch Ruth spürt, dass ein wichtiges Detail fehlt. Als sie wegen eines Verfahrensfehlers von ihren Schöffenamt entbunden wird macht sie sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem fehlenden Puzzleteil,

Judith Arendt hat einen ruhigen, unaufgeregten, aber sehr dichten Erzählstil, der den Leser sofort in die Geschehnisse eintauchen lässt. Es ist eine Geschichte aus dem Leben der Ruth Holländer, in der alles zur Sprache kommt, was für Ruth wichtig ist. Sei es ihre Rolle als allein erziehende Mutter zweier fast erwachsener Kinder, ihr Verhältnis mit dem noch verheirateten Staatsanwalt Hannes Eisenrauch, die Arbeit in ihrem französischen Bistro oder eben auch das Ehrenamt als Laienrichterin, alles zusammen ergibt eine spannende Story, in die man eintauchen kann. Interessant ist auch die andere Sicht auf die Kriminalgeschichte. Hier ist die Arbeit der Polizei ja bereits erledigt, der Fall ist vor Gericht und durch diverse Rückblenden bekommt der Leser immer tiefere Einblicke.  Ein gelungener zweiter Fall für Schöffin Ruth Holländer, der hoffentlich nicht der Letzte war.

Veröffentlicht von ChristineBorg

ChristineBorg aka Frau Borg brachte als Krimi-Rezensentin etwas Abwechslung in die Buchauswahl auf "Anima Libri - Buchseele". Ihre Spezialität: Regionalkrimis deutschsprachiger Autorinnen. Frau Borg ist nicht länger als Rezensentin für diesen Blog tätig.

Alle Beiträge von ChristineBorg »

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

%d Bloggern gefällt das: