Rezension zu Finding Sky: Die Macht der Seelen von Joss Stirling

Meine Erwartungen an dieses Buch waren quasi nicht existent. Ich weiß, es heißt man solle ein Buch nicht nach seinem Cover bewerten, aber viel mehr steht einem auf den ersten Blick ja gar nicht zur Verfügung. Und wenn dann das Cover so aussieht wie dieses hier, also rosa mit silbernen Schnörkeln und einem Herz auf dem Cover, und die Inhaltsangabe auch alles andere als klischeefrei und innovativ klingt, dann kann ich mir auch nicht helfen, dann rauschen meine Erwartungen an das Buch wirklich in den Keller. Nachdem ich aber eine positive Rezension nach der anderen dazu gelesen habe, dachte ich mir, ich schaus mir doch einfach mal an. Und „Finding Sky“ hat mich definitiv positiv überrascht.

Nicht dass das Buch völlig klischee- oder kitschfrei auskommt, das ist beim besten Willen nicht der Fall. Die Liebesgeschichte in diesem Buch ist nun wirklich nicht die unerwartetste oder realistischste und auch die Charaktere verfallen in der Gegenwart ihres romantischen Gegenstücks gerne immer mal wieder in die flachen Klischees solcher 08/15-Young Adult-Charaktere. Aber der Gesamteindruck zählt schließlich und der ist für mich bei diesem Buch definitiv positiv gewesen.

Denn auch wenn Stirlings Schreibstil recht typisch für Jugendbücher ist, also recht einfach gehalten, ist er flüssig und sehr angenehm zu lesen, sodass ich innerhalb kürzester Zeit in die Geschichte eintauchen konnte. Die hingegen ist wenigstens vom Grundplot her doch sehr hervorsehbar , so wie es anhand der Inhaltsangabe – und der Ausgangssituation – eigentlich nicht anders zu erwarten war. Allerdings schaft die Autorin es tatsächlich ihre eigentlich eher simple Geschichte in ein wirklich lesenswertes Gewand zu kleiden.

Besonders hat mir dabei Sky gefallen, denn die war als Charakter eigentlich von Anfang an sympathisch und – sieht man mal von den oben schon erwähnten Schwächen ab – ist das auch im Verlauf des Buchs geblieben, ganz im Gegensatz zu Zed. Der war zu Beginn des Buchs zwar eigentlich wirklich in Ordnung und von der Autorin gut dargestellt, lässt aber unglaublich schnell nach, da er viel zu früh vom harten Badboy zum weichgespülten Loveinterest wird. Schade, denn genau das ist die Stelle, an dem das Klischee in diesem Buch dann doch überhand nimmt.

Insgesamt fand ich „Finding Sky“ wider Erwarten wirklich gut, man sollte sich allerdings vor dem Lesen darüber im Klaren sein, dass dieses Buch durchaus nicht klischeefrei ist. Dafür glänzt es durch den angenehmen Schreibstil der Autorin, sowie witzige Dialoge und einige spannende Ideen, die hoffentlich im zweiten Band „Saving Phoenix“ noch weiter ausgearbeitet werden.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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