Rezension zu Das Schokoladenversprechen von Josephine Moon

Ähm ja… Chick-Lit halt. Lektüre für zwischendurch. Ein bisschen leichte Unterhaltung. Mehr hatte ich mir von Josephine Moons „Das Schokoladenversprechen“ gar nicht erhofft. Leider hat es der Roman dann doch irgendwie noch geschafft, meine Erwartungen zu unterbieten. Nur ein bisschen zwar, aber es hat nicht geholfen.

Protagonistin Christmas hat eine Schokoladenmanufaktur in Tasmanien und ein paar ziemlich strikte Regeln, nach denen sie ihr Leben lebt. Was nicht in diese Regeln passt, sind die Suche nach ihrem unbekannten Vater, zu der sie ihre Schwester und Freundin immer wieder bringen wollen, oder auch der charmante Botaniker, der plötzlich in dem kleinen Städtchen, das sie ihr Zuhause nennt, auftaucht.

Die Regeln, rief sie sich ins Gedächtnis. Die Regeln waren zu ihrem Schutz gedacht.

Das Schokoladenversprechen von Josephine Moon, Seite 14

Mein größtes Problem mit der Geschichte (neben dem schrecklich absurden Namen der Protagonistin, der beim Lesen kontinuierliches Augenrollen bei mir verursacht hat – ich mein, Christmas?! was ist das für ein Name?) war einfach, dass die Handlung nach einer Weile so überzogen dramatisch und künstlich langgezogen wirkte. Das hat man vor allem an dem gemerkt, was wohl nahezu der Hauptkonflikt des ganzen Buchs war – bzw. der Punkt, an dem alle Konflikte zusammen gekommen und *BUMM* gemacht haben?! Das lief ungefähr so ab:

Christmas‘ Mutter und Ex-Stiefvater führen ein Telefonat bei katastrophaler Verbindung und er hört etwas, was sie so nie gesagt hat – eine Information über Christmas‘ leiblichen Vater. Diese Info gibt er an seine Tochter, Christmas‘ Halbschwester Val, weiter. Diese hat allerdings eine Grippe und fühlt sich außer Stande, Christmas die Info mitzuteilen. Stattdessen erzählt sie Emily, Christmas‘ bester Freundin, davon. Nur dass die leider eine Migräneattacke bekommt und Christmas ebenfalls nicht kontaktieren kann. Stattdessen bittet sie Lincoln, mit dem sie zufällig telefoniert, die Info weiter zu geben. Das tut er dann auch irgendwann, nachdem er es erstmal vergessen hat, und mehr oder minder parallel dazu kontaktiert auch Val ihre Schwester mit ihrer Version der Info.

Das Problem? Das Ganze ist im Grunde eine Art „Stille Post“ und was am Ende bei Christmas ankommt, hat nichts mit dem gemeinsam, was ihre Mutter ursprünglich gesagt hat und es kommt auch noch in zwei völlig unterschiedlichen Versionen bei ihr an. Und was tut Christmas? Sie tickt aus. Und zwar total. Ist stink sauer auf Lincoln und Emily, weil… ähm, ja, keine Ahnung. Konnte ich nicht so ganz nachvollziehen. Genau so, wie ihre Empörung darüber, dass Lincoln und Emily ein Date hatten, nachdem sie Lincoln von sich gestoßen und Emily quasi dazu gezwungen hat, sich mit ihm zu treffen. Beides passiert ungefähr zur gleichen Zeit im letzten Drittel des Buchs und beides war einfach… kindisch?

Kaffee war eine Währung. […] Kaffeetrinker waren wie Weintrinker und Schokoladenliebhaber.

Das Schokoladenversprechen von Josephine Moon, Seite 51

Trotzdem ist „Das Schokoladenversprechen“ von Josephine Moon nicht schlecht, nur wirklich gut ist der Roman halt leider auch nicht. Wie bei Büchern dieses Genres nicht unüblich, ist die Geschichte an sich recht vorhersehbar. Unglücklicherweise ist sie dazu halt auch leider nicht so wahnsinnig toll geschrieben, die Handlung gerät hier und da ins Stocken und hat kein einheitliches Tempo. Unterhaltsam, aber kein Buch, das man gelesen haben muss.

Für Fans von…

  • guter Schokolade
  • Tasmanien
  • Schokolade

Was andere Blogger sagen:

Habt ihr das Buch gelesen und rezensiert? Dann lasst mir doch einen Kommentar da und ich verlinke eure Rezension hier 😊

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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