Rezension zu Everflame: Feuerprobe von Josephine Angelini

Ein tolles, tolles, tolles Buch 😀 Ja, ich bin wirklich begeistert gewesen von Josephine Angelinis neuem Serienauftakt „Everflame: Feuerprobe“. Nicht zu letzt liegt das sicherlich daran, dass ich das Buch innerhalb eines Nachmittags mal eben so weggelesen habe – es lies sich einfach flüssig und leicht, die Handlung fand ich persönlich sehr spannend und fesselnd. Kurzum, für mich war „Everflame: Feuerprobe“ von Josephine Angelini ein echter Pageturner!

Rückblickend muss ich allerdings zugeben, dass dann doch nicht alles sooo toll war, wie ich es beim Lesen empfunden habe. So startet Angelini direkt einmal mit einer Reihe dicker, fetter Klischees – die Heldin ist in ihren besten Freund verliebt, sie erfährt plötzlich, dass sie mehr als einfach nur mächtig ist, es gibt ein wenig Dreiecksliebeleigedöhns – und im Nachhinein wurde mir auch bewusst, dass ich mir zu vielem ausführlichere Infos und Erklärungen gewünscht hätte, denn einiges wird hier nur kurz angeschnitten, obwohl ich mir dazu mehr gewünscht hätte, während andere, eher belanglos und alltäglich wirkende Dinge, in aller Genauigkeit beschrieben werden – teilweise kommen die Infos auch einfach zu spät, erst dann, wenn es einem irgendwie schon wieder egal ist.

Trotzdem habe ich schnell in die Geschichte rein finden können, fand allerdings schon beim Lesen den Ansatz oft etwas zäh. Trotzdem sind bereits dort erste Ideen durchgeschimmert, die mich wirklich neugierig gemacht haben. So hat mich unter anderem Lilys Mutter mit ihrer „Geisteskrankheit“ schnell fasziniert und auch was es mit Lilys Allergien und Fieberschüben auf sich hat, wollte ich wissen (die schier endlosen Diskussionen über Ernährungsweisen später im Buch hätten für meinen Geschmack allerdings deutlich kürzer ausfallen können).

Die Charaktere sind… Naja, sie sind nicht wirklich die Innovativsten, Lily ist sympathisch genug, aber so richtig überzeugen konnte sie mich eigentlich nie. Lilys Tristan ist flach und leicht durchschaubar, von ihm war ich schnell genervt und Lilys Schwärmerei für ihn war für mich nicht nachvollziehbar, während sein Gegenstück in Lilians Salem mir eigentlich sehr sympathisch war. Rowan, joar, der ist halt der typische etwas düstere, etwas verbitterte YA-Held – nichts neues, nichts herausragendes, nichts wirklich interessantes.

Was ich aber wahnsinnig interessant fand und was dafür gesorgt hat, dass ich beim ersten Lesen über die ganzen Schwächen, die das Buch zugegebenermaßen ja doch aufweist, hinwegsehen konnte, ist die Welt, die Angelini mit Lilians Salem geschaffen hat. Ihr System der Magie hat mich fasziniert und es gab genügend Informationen dazu, dass ich das Gefühl hatte, dass das alles Hand und Fuß hat – etwas mehr Informationen hätten hier und da allerdings trotzdem nicht geschadet 😉

Alles in allem ein in meinen Augen ganz gut gelungener Serienauftakt, den Josephine Angelini mit „Everflame: Feuerprobe“ vorlegt, bei dem vor allem die Idee hinter dem Weltenwechsel und dem Magiesystem meine Begeisterung wecken konnte während die Umsetzung trotz angenehmen, flüssigen Schreibstils und schöner, detailierter Sprache einige Schwächen und Klischees enthält.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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