Rezension zu Indigo: Das Erwachen von Jordan Dane

Kennt ihr das, wenn ihr ein Buch lest und es einerseits nicht aus der Hand legen könnt, weil euch irgendetwas daran einfach wahnsinnig fasziniert, es andererseits aber am liebsten immer wieder gegen die Wand werfen würdet, weil ihr es gleichzeitig auch total bescheuert oder nervig findet? So ungefähr erging es mir mit Jordan Danes „Indigo: Das Erwachen“.

Um es jetzt einmal ganz krass auszudrücken – und ich entschuldige mich schon mal vorab bei allen, die sich dadurch irgendwie angegriffen fühlen: Für mich ist das ganze Indigo- und Kristallkindergedöhns esoterischer Müll. Und ja, dieses Konzept gibt es tatsächlich und es ist keins, das die Autorin sich für ihren Roman ausgedacht hat. Dane nimmt hier jedenfalls ein – in meinen Augen ziemlich schräges – Konzept und schmückt dieses ein wenig aus, um es zum Stoff eines Fantasyromans zu machen.

Wirklich viel ausschmücken tut sie allerdings nicht, überhaupt hält sich die Innovation in diesem Roman in meinen Augen in Grenzen und daher hat die Geschichte auf mich gewirkt, wie die etwas abgedrehtere Version einer – in meinen Augen – doch leicht schwachsinnigen Diskussion, die ich zu diesem Thema mal mit zwei Kommilitoninnen hatte (nicht wirklich viel abgedrehter, denn ich fand das Gespräch über Indigo- und Kristallkinder so schon ziemlich abgedreht und der Sprung zur so fantastisch anmutenden Handlung in „Indigo“ ist auch wahrlich nur ein kleiner).

Dazu kommt dass man hier als Leser lange im Dunkel gelassen wird. Nichts ist wirklich klar und eigentlich wird bis zum Ende hin so ziemlich nichts wirklich explizit erklärt. Gerade auf den ersten 100-150 Seiten fand ich das auf Dauer doch ziemlich ätzend, die Geschichte war für mich dadurch kaum greifbar, die Handlungen der einzelnen Figuren nicht nachvollziehbar, da ich ihre Motivation auch nicht verstehen konnte.

Überhaupt fand ich die Figuren nur bedingt sympathisch oder überhaupt interessant. Einige, besonders die Damen, fand ich sogar weitestgehend unsympathisch, mit ihnen konnte ich einfach nichts anfangen. Generell hatten die Figuren hier für mich viel zu oft negative Charakterzüge, die nicht durch positivere Dinge aufgewogen wurden. Vor allem der Fanatismus ist mir, und zwar auf beiden Seiten der Handelnden, ziemlich auf den Geist gegangen und auch sonst sind bei mir überwiegend negative Eindrücke von den Figuren zurück geblieben.

Das alles hat natürlich nicht gerade dafür gesorgt, dass mir „Indigo: Das Erwachen“ von Jordan Dane wirklich gefallen hat, denn auch wenn ich das Buch mehr oder weniger am Stück durchgelesen habe, war es für mich im Endeffekt eine völlig unsinnige, schlecht aufgebaute und über weite Strecken völlig langweilige und vorhersehbare Geschichte, die mir durch den faden esoterischen Beigeschmack auch nicht schmackhafter gemacht werden konnte.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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