Rezension zu Empire of Storms: Pakt der Diebe von Jon Skovron

Bleak Hope kennt ihren eigentlichen Namen nicht mehr. Nachdem ihr Dorf von den Biomanten des Imperiums ausgelöscht wurde, wird sie der Obhut der Vinchen-Mönche übergeben, die sie nach ihrem Dorf benennen. Sie wächst als einzige Frau zwischen den Kriegern auf, getrieben von dem Gedanken an Rache. Red heißt eigentlich Rixidentoron (oder so ähnlich) und hat seine Eltern ebenfalls schon im Kindesalter verloren. Er wächst in einem der Armenviertel von New Laven auf und verdient sich dort einen Namen als Tunichtgut und Dieb.

Das sind also die beiden Helden aus „Empire of Storms: Pakt der Diebe“ von Jon Skovron. Deren Zusammenschluss laut Inhaltsangabe im Zentrum der Geschichte steht. Nur dass sie sich erst auf Seite 236 überhaupt zum ersten Mal sehen. Vorher ist aber vor allem eins bereits ausführlich klar gestellt wurden: Hope und Red sind zwei wirklich „super special snowflakes“! Nicht nur sind beide natürlich ausgesprochen hübsch anzusehen (und Hope ist sich ihrer Atraktivität natürlich nicht bewusst), sie sind auch zu athletischen Höchstleistungen fähig, hochgradig intelligent, in einer Welt, in der die meisten nicht einmal lesen können, und während Hope die einzige je existierende Vinchen-Kriegerin ist, besser als all ihre männlichen Gegenstücke, hat auch Red natürlich dieses ganz besondere etwas, das allerdings erst am Ende des Romans offenbart wird (auch wenn es eigentlich schon vorher klar ist).

Sie hatte es zuvor nicht bewusst wahrgenommen, aber bisher hatte sie jedes Mal Nein gedacht, wann immer sie sich selbst angesehen hatte. Ihr Spiegelbild war ihr irgendwie falsch vorgekommen. Aber jetzt war alles richtig.

Empire of Storm: Pakt der Diebe von Jon Skovron, Seite 216

Oh, es gibt aber noch eine dritte Schneeflocke, auch wenn diese nicht so viel Raum einnimmt wie Hope und Red: Brigga Lin. Zu Beginn des Romans ist er noch ein ganz und gar durchschnittlicher Biomant, am Ende ist sie jedoch das perfekte Gegenstück zu Hope: Die einzige weibliche Biomantin, die je existiert hat und mit Fähigkeiten, die denen ihrer männlichen Pendants klar überlegen sind (oder doch nicht?). Das ganze ist so klischeehaft umgesetzt, dass die beiden Frauen sogar optisch wie Yin und Yang dargestellt werden: Hope mit ihrer hellen, sommersprossigen Haut, dem blonden Haar und den blauen Augen trägt die traditionelle schwarze Lederkluft der Vinchen-Mönche. Brigga Lin hingegen kommt mit dunklem Haar und dunklen Augen daher und ist stets in weiß gewandet, denn das ist die Farbe der Biomanten.

Dazu kommt eine fürchterlich nervige Sprache, voller Eier, Schwänze und Pisse, sowie seltsamen, zweckentfremdetem Seemannsjargon. Und natürlich ein Fantasy-Klischee nach dem anderen. So viele Klischees! Ich mein, klar, die Dinger sind Klischees geworden, weil sie offenbar gut funktionieren, aber man kann es auch übertreiben. Und hier fehlte es mir eindeutig an eigenständigen, innovativen Elementen, um all die Klischees zu etwas zu machen, das nicht einfach nur abgedroschen wirkt. Ich fand den Roman sowohl von der Sprache als auch vom Plot her zwar nicht schlecht, aber immer wieder auch relativ ermüdend und langweilig.

Mit acht Jahren bereits verwaist. Es war ein seltsamer und trauriger Zufall, dass Red und sie dieses Schicksal teilten. Aber mehr war es auch nicht. Ein Zufall. Warum fühlte es sich dann nach mehr an?

Empire of Storm: Pakt der Diebe von Jon Skovron, Seite 281

Alles in allem ist Jon Skovrons „Empire of Storms: Pakt der Diebe“ kein schlechtes Buch, ich habe es auch an einem Nachmittag durchgelesen, aber es ist eben auch nicht gerade herausragend gut, dafür sind viele Elemente zu abgedroschen und mit der Sprache bin ich einfach nicht recht warm geworden. Oh, und die Liebesgeschichte. Auf die hätte man wirklich verzichten können, sie gibt dem Roman lediglich einen nervigen Anklang von Young Adult Romanze. Insgesamt also ein ziemlich durchschnittliches Buch, nicht schlecht, wenn man dazu in der Stimmung ist, aber eben auch keine großartige High Fantasy.

Für Fans von…

  • 08/15 Fantasy
  • Protagonisten mit Special Snowflake Syndrom
  • YA-artigen Liebesgeschichten

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Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Rezension zu Empire of Storms: Pakt der Diebe von Jon Skovron”

  1. Huhu. Habe gerade deinen Blog entdeckt udn e sgefällt mir sehr gut. Du evrstehst offenbar so einiges von html, da werde ich ganz neidisch *lach

    Schade, dass das Buch nichts für dich war, mir hat es nämlich sehr gut gefallen, war sogar mein Monatshighlight. Aber es kann ja nicht jedem alles gefallen ^^

    Hie rnoch ein Link zu meiner Rezi:
    http://miss-page-turner.blogspot.de/2017/02/rezension-empire-of-storms-pakt-der.html

    LG Miss PageTurner

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