Rezension zu Drei Engel für Armand von Jim C. Hines

Was für ein grenzenlos beklopptes und herrliches Buch 😀 Ich bin ganz zufällig über Jim C. Hines‘ Prinzessinnen-Serie gestolpert und war sofort fasziniert von der Idee einer actiongeladenen Märchenerzählung für Erwachsene, sodass der erste Teil, „Drei Engel für Armand“, schnell auf meinem eReader gelandet ist.

Der Einstieg ins Buch ist mir allerdings nicht ganz leicht gefallen, denn Danielle Whiteshore, geborene de Glas, auch bekannt als Aschenputtel, war mir doch irgendwie etwas suspekt mit ihrer etwas seltsamen Faszination für Tauben… Passt aber natürlich eigentlich ganz und gar hervorragend 😀

Überhaupt sind die Figuren in Jim C. Hines Märchenfortsetzung (denn die Geschichte beginnt ja nach Aschenputtels eigentlichem „und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“) alle mit interessanten Variationen und Twists ausgestattet, die ihre Märchen perfekt widerspiegeln und man merkt schnell, dass der Autor hier nicht auf das zuckersüße Disney-Material sondern die Grimmschen Originale inklusive ausgepickter Augen und ähnlicher Scheußlichkeiten zurückgreift.

Durch die vielen kleinen Variationen, Ecken und Kanten, die der Autor einbaut, entsteht eine unglaublich amüsante und kurzweilige Geschichte, die vor Situationskomik nur so strotzt und mit einem wundervollen Augenzwinkern diverse Märchen völlig auf den Kopf stellt.

Aber auch das Abenteuer kommt hier nicht zu kurz, denn immerhin muss Aschenputtel ihren Gatten aus den Fängen der fiesen Stiefschwestern retten – und zwar mit Hilfe von Schneewittchen und Dornröschen. Die drei Prinzessinnen schrecken nicht davor zurück auch mal alles kurz und klein zu schlagen, sodass für wirklich reichlich Action gesorgt ist.

Nachdem ich einmal in die Geschichte hineingefunden hatte, war ich schnell gefesselt, denn Danielle, Talia und Schnee sind faszinierende und starke Figuren, die nicht als Jungfrauen in Nöten auf den zur Hilfe eilenden Prinz warten, sondern die Sache selbst in die Hand nehmen und stattdessen den Prinzen retten.

Alles in allem hat sich „Drei Engel für Armand“ als wirklich unterhaltsames, spannendes und kurzweiliges Lesevergnügen herausgestellt, in dem mit einem Augenzwinkern erzählt wird, dass „und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende“ nicht immer ganz so reibungslos läuft, wie man denken könnte. Dabei stellt der Autor mit viel Humor aber auch ohne vor den grausigen Details der Originale zurück zu schrecken, die Märchenwelt auf den Kopf und erschafft damit etwas ziemlich skurriles, dabei aber amüsantes und actionreiches und vor allem sehr viel tiefgängieres als man vielleicht erwarten würde.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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