Rezension zu Die Elementare von Calderon von Jim Butcher

High Fantasy ist für mich etwas, das spannend, komplex und vielschichtig sein sollte. Wenn ich etwas lesen möchte, bei dem man die Charaktere und die Story nach zwei Seiten durchschaut hat… ähm ja, eigentlich will ich sowas gar nicht lesen. Und wenn es halt doch mal etwas seichteres sein soll, dann such ich mir irgendein schönes, leichtes Urban Fantasy Abenteuer. Aber High Fantasy hat für mich einen gewissen Anspruch an Tiefgang und Komplexität zu erfüllen. Und genau das tut der Auftakt zu Jim Butchers „Codex Alera“-Serie leider nicht.

Die Charaktere bleiben hier leider alle relativ flach. Schon zu Beginn der Geschichte sind sie, wenn auch sympathisch, doch weitestgehend oberflächlich und schemenhaft und leider entwickeln sie sich auch nicht nennenswert weiter – obwohl das Potential dafür wirklich zur Genüge vorhanden wäre. Dementsprechend leicht sind sie zu durchschauen und wie das nun mal so ist, kann man die Figuren auf Anhieb durchschauen, dann steht es um die Handlung meist nicht viel besser.

Dadurch fehlt dem gesamten Roman natürlich die Spannung. Gerade zu Beginn der Geschichte ist es mir sehr schwergefallen, mich überhaupt auf die Figuren und ihre Geschichten einzulassen, zu seicht waren sie mir. Spannungsbögen gibt es hier nur in sehr eingeschränktem Maß und auch wenn es in der zweiten Hälfte des Romans dann doch noch ein wenig besser wird, war es doch erstmal eine ziemliche Anstrengung überhaupt so weit zu kommen.

Auch mit dem Schreibstil des Autors konnte ich zugegebener Maßen nur mäßig viel anfangen. Die Art, auf die Butcher die Geschichte eines Landes erzählt, das eigentlich einige sehr gute Ideen aufweist und daher vor Potential nur so strotzt, lag mir persönlich einfach nicht und hat es damit noch schwieriger gemacht, einen Zugang zu der Geschichte zu finden.

Alles in allem bin ich definitiv mit völlig überhöhten Erwartungen an dieses Buch gegangen und das hat sich deutlich in meiner Wahrnehmung der Geschichte gezeigt. „Die Elementare von Calderon“ ist High Fantasy der eher seichten Art, was allerdings an sich ja noch nicht bedeutet, dass es ein schlechtes Buch ist. Nur mein Fall war es leider nicht.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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