Rezension zu Ich und Earl und das sterbende Mädchen von Jesse Andrews

Jesse Andrews - Ich und Earl und das sterbende MädchenLovelyBooks - In dein Regal stellenJesse Andrews – Ich und Earl und das sterbende Mädchen
 
Originaltitel: Me & Earl & The Dying Girl
Verlag: Heyne fliegt
Format: Gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 304
ISBN: 978-3453267848
 
 

[mygenres]  
 
 

Ein Junge, der Filme dreht. Ein Mädchen, das stirbt. Eine Geschichte, die einen nicht mehr loslässt

Was Greg mag: sich in der Schule so unauffällig zu verhalten, dass er nahezu unsichtbar wird. Gelegentlich mit seinem Freund Earl einen Film zu drehen. Seine Ruhe. Was er nicht mag: die Idee seiner Mutter, der todkranken Rachel beizustehen. Womit er nicht gerechnet hat: Rachel selbst, die keinen braucht, der sie bemitleidet, und die ihre ganz eigene Vorstellung von jenen Tagen hat, die ihre letzten sein könnten …

Die Taktik des siebzehnjährigen Greg ist ganz klar: Sich möglichst aus allem raushalten, so übersteht man die Highschool-Jahre am besten, ohne in irgendeiner unliebsamen Clique zu stranden. Einzig mit dem zynischen Earl ist Greg befreundet – wobei »befreundet« es nicht ganz trifft. Earl und er haben vielmehr ein gemeinsames Projekt. Sie drehen Filme, in denen sie den Klassikern der Filmgeschichte nacheifern. Als Gregs Sandkastenfreundin Rachel an Leukämie erkrankt und Greg sich »um sie kümmern« soll, sieht er nur eine Chance, dem Auftrag nachzukommen und gleichzeitig seinen Prinzipien treu zu bleiben: Greg und Earl drehen einen Film für Rachel. Und irgendwann währenddessen kommt Greg dann doch aus der sicheren Distanz hinter der Kamera hervor und nimmt von Rachel Abschied …

 
 
Meinung:
 
Mit „Ich und Earl und das sterbende Mädchen“ von Jesse Andrews bin ich von Anfang an nicht warm geworden. Das lang zu großen Teilen erstmal am Schreib- bzw. Erzählstil. Denn wie der Titel ja bereits andeutet, gibt es in dieser Geschichte einen Ich-Erzähler, nämlich Greg, und dessen Art, den Leser immer wieder direkt anzusprechen, hat mich ehrlich gesagt nicht angesprochen.

Dazu kommt noch die Tatsache, dass das Cover auf mich immer wieder wie ein billiger Abklatsch des Originals wirkt. Denn das Cover von „Me & Earl & The Dying Girl“ glänzt meiner Meinung nach besonders durch die knalligen Farben, die hier eher in Richtung Pastellfarben abdriften, und auch die Schriftarten und restlichen Elemente gefallen mir auf dem Originalcover besser als auf dem der deutschen Übersetzung.

Aber man soll sich ja nicht von Äußerlichkeiten abschrecken lassen und so manches Buch mit zähem Auftakt hat sich dann ja doch noch als kleines Highlight herausgestellt, daher habe ich weitergelesen. Nicht ganz unschuldig daran ist auch die Tatsache, dass Greg von Anfang an betont, dass dies zwar ein Krebsbuch ist, aber keins, das sich mit schnulizger Gefühlsduselei auseinandersetzt, sondern eins, das einmal ganz anders ist.

Dummerweise wollte mir aber einfach nicht so recht klar werden, was dieses Buch denn dann zu etwas Besonderem machen soll. Die Schimpfwörter, für die Greg eine sehr unsympathische Vorliebe hat, oder seine ständigen Kommentare, dass man das Buch doch nun eigentlich weglegen könnte und das anschließende Nachfragen, ob man denn noch liest, oder aber die Tatsache, dass sich „Ich und Earl und das sterbende Mädchen“ ganz getreu Gregs Vorliebe fürs Filmen oftmals liest wie eine Kreuzung zwischen Roman und Drehbuch?

Das ist mir ehrlich gesagt auch nach dem Lesen noch nicht klar. Was eventuell auch daran liegen könnte, dass sich mir Sinn und Zweck der Handlung bis zum Ende hin nicht so recht erschließen wollten. Ja, auf den letzten Seiten erhält das Buch dann nochmal so etwas wie eine Darseinsberechtigung, aber im Grunde hatte ich das Gefühl, dass sich die Handlung 300 Seiten lang im Kreis gedreht hat.

Das alles und noch einiges mehr hat schlussendlich dazu geführt, dass ich mit „Ich und Earl und das sterbende Mädchen“ partout nichts anfangen konnte. Es mag sicher Leute geben, denen dieses Buch gefallen wird, aber ich kann es nicht guten Gewissens weiterempfehlen. Leider.
 
 


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Mit herzlichem Dank an den Heyne fliegt Verlag und Blogg dein Buch, die so freundlich waren, mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen
Heyne fliegt
Blogg dein Buch
 
 
1 Sterne - Schlecht

 
 
Der Autor
 
Jesse Andrews hat einen Harvard-Abschluss und lebte schon in Spanien und Deutschland (wo er in einer Jugendherberge arbeitete). Er kommt ursprünglich aus Pittsburgh, Pennsylvania, und wohnt derzeit in Brooklyn, New York. Ich und Earl und das sterbende Mädchen ist sein Debüt-Roman.
 
 

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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